HAUS Berlin: Jeff Cowen: Sitzung

HAUS Berlin: Jeff Cowen: Sitzung
HAUS Berlin: Jeff Cowen: Sitzung
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HAUS Berlin präsentiert die Ausstellung Sitzung. Abgeleitet vom altfranzösischen Wort „seoir“ (sitzen) für eine Sitzung oder Versammlung, impliziert eine „Sitzung“ Existenz und eine zahlreiche Präsenz. Séance umfasst eine Auswahl von Werken, die sich auf unterschiedliche Weise mit den Themen Metaphysik, Transzendenz, Unterbewusstsein und Tod auseinandersetzen und einen Bezugsrahmen um die Werke des Künstlers bilden Jeff Cowen (*New York, 1966).

Im Bereich der zeitgenössischen Fotografie präsentiert sich Jeff Cowens Werk als mystisches Medium, das das Sichtbare mit dem Unsichtbaren und die Gegenwart mit Echos der Vergangenheit verbindet. Seine malerische fotografische Praxis, die tief in der Geschichte der Fotografie verwurzelt ist, überschreitet die traditionellen Grenzen des Mediums und erforscht die ätherischen Aspekte von Zeit, Erinnerung und spiritueller Resonanz.

Fotografie, Spiritualismus und Okkultismus haben eine eng miteinander verbundene Geschichte. Im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert fielen die spirituelle Bewegung, Séancen und das Interesse am Übernatürlichen mit dem Aufkommen der Fotografie zusammen. Sogar einige der surrealistischen Praktiken, die eine einflussreiche Öffnung gegenüber alternativen oder „magischen“ Realitäten beinhalteten, haben ihre Wurzeln im Spiritualismus. Den Surrealisten Breton und Apollinaire wird oft das automatische Schreiben zugeschrieben, aber tatsächlich war der ursprüngliche Vorfahre dieser Technik der Spiritualismus.

Die Transzendenz in Cowens Werk zeigt sich in seiner Fähigkeit, gewöhnliche Themen in tiefgreifende, fast übernatürliche Erfahrungen zu verwandeln. Seine Fotografien sind keine einfachen Darstellungen; Sie sind Einladungen in einen tieferen Bereich der Existenz. Durch einen sorgfältigen Prozess der Manipulation und Schichtung in seinem Labor bringt Cowen die unsichtbaren Aspekte seiner Motive zum Vorschein: ihre Aura und ihren Geist.

Eine Sitzung ist eine Möglichkeit, ungelöste Fragen anzusprechen, Wissen zu erlangen und den Einfluss der Vergangenheit anzuerkennen. Es ist eine Brücke zwischen der Gegenwart und den rätselhaften Zeiten der Vergangenheit und bietet eine Form des Dialogs und des Verständnisses dafür, was die Gegenwart verändert hat.

Anlässlich des 100. Jahrestages der Entstehung des Surrealismus im Jahr 2024 untersucht Séance den nachhaltigen Einfluss der künstlerischen Bewegung auf die Medien Fotografie und Bewegtbild.

Text von Juliet Kothe

Jeff Cohen mit Werken von Hans Bellmer, Joseph Beuys, Anna & Bernhard Blume, Claude Cahun & Marcel Moore, Maya Deren, Paul Éluard (Pseud. Didier Desroches) mit Dora Maar & Man Ray, Germaine Dulac, Rudolf Koppitz, Albert Leo Peil, Sigmar Polke & Christof Kohlhöfer und Margaret Raspé.

Sitzung
Bis 14. Juni 2024
HAUS Berlin
Friedrichstraße 112 B
10117 Berlin, Deutschland
https://house.berlin/

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