Zola-Fotoausstellung in Toulouse: Der Autor hinter der Linse

Zola-Fotoausstellung in Toulouse: Der Autor hinter der Linse
Zola-Fotoausstellung in Toulouse: Der Autor hinter der Linse
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das Essenzielle
Eine Fotoserie von Émile Zola wird bis zum 23. Mai im Kulturzentrum Mazades in Toulouse präsentiert. Diese Ausstellung in der Galerie Château d’eau, die wegen Renovierungsarbeiten geschlossen war, wurde ins Herz des Minimes-Viertels verlegt. Die Gelegenheit, den Schriftsteller aus einem neuen Blickwinkel zu entdecken.

Wir kennen den Schriftsteller Zola für sein romantisches Fresko Die Rougon-Macquarts, aber auch Zola, der Journalist, und seine Beteiligung an der Dreyfus-Affäre. Aber es ist Zola, der Fotograf, den wir hier entdecken, während sein Interesse an dieser Kunst der breiten Öffentlichkeit unbekannt bleibt. Die dreißig ausgestellten Bilder zeigen die Präzision und Leidenschaft, mit der er es als Autodidakt praktizierte. „Émile Zola hat ein reiches Werk hinterlassen: Mehr als 7.000 Fotos sind bekannt, was für die damalige Zeit ein sehr wichtiges Werk darstellt“, erklärt Magali Blénet, Direktorin der Galerie Château d’eau.

Er offenbart sich in seiner Privatsphäre, umgeben von seinen Kindern Denise, Jacques und seiner Geliebten Jeanne. Aber auch alleine, in Selbstporträts, stehend, sitzend oder auch im Heu liegend, mit ernstem Blick und gerunzelten Augenbrauen. „Émile Zolas fotografisches Werk offenbart eine andere Facette, einen anderen Ton, fast sentimental“, erklärt Magali Blénet. Es wird zum Tor zu seinem Privatleben, weit weg von seiner Arbeit als Schriftsteller.

Am Ende seines Lebens lernte Zola eine Textilarbeiterin kennen, Jeanne Rozerot, die seine Geliebte wurde und mit der er zwei Kinder hatte.
Manon Van Overbeck

Als Naturforscher scheute er sich nicht, die Realität seiner Zeit und insbesondere der Arbeitswelt mit ihrer Härte und Gewalt aufzuzeigen. „Man könnte erwarten, ein äußerst strenges fotografisches Schreiben vorzufinden, das von einem dokumentarischen Ansatz geprägt ist […]. Aber letztlich haben wir ein Werk, das mit dem eines guten Amateurfotografen vergleichbar ist, mit eher klassischen Motiven“, erklärt Mathilde Falguière, Kulturerbe-Kuratorin und Leiterin der Abteilung Fotografie der Mediathek Architektur und Kulturerbe Zolas Interesse an neuen Dingen mit Fotos von Zügen, modernen Booten oder sogar dem gerade gebauten Eiffelturm.

Bis 23. Mai, 9.00-12.30 Uhr, 13.30-18.30 Uhr, im Kulturzentrum Mazades (10 av. des Mazades, Toulouse). FREIER EINTRITT. Solch. : 05 31 22 98 00.

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