„In ein unbekanntes Land“, bittersüße Komödie von Mahdi Fleifel

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„In ein unbekanntes Land“ von Mahdi Fleifel. EUROZOOM

Die Stärke der Filmemacher

Geboren in Dubai, aufgewachsen in einem Lager im Libanon, sesshaft in Dänemark, ausgebildet in England, durch die Cinéfondation in Cannes: Man geht davon aus, dass der Palästinenser Mahdi Fleifel weiß, wovon er spricht, wenn er über den Flüchtlingsstatus spricht.

Unter dieser Voraussetzung dreht er im Alter von 44 Jahren seinen ersten Spielfilm, zwischen einer dramatischen Chronik und einem diskreten, wenn auch fatalistischen Lächeln in der Ecke. Wir werden ihm dankbar sein: Bestimmte, von Bitterkeit durchdrungene Botschaften gelangen leichter ins Bewusstsein, wenn sie eine gewisse Leichtigkeit ausstrahlen.

Wir könnten so definieren In ein unbekanntes Land (In ein unbekanntes Land) wie a Kumpelfilm (ein Kumpelfilm) Beckettian. Das Tandem, das in einer illegalen Besetzung in Athen schmachtet, heißt Chatila und Reda. Sie sind eigentlich Cousins. Der erste – gespielt von Mahmood Bakri, Spross einer berühmten palästinensischen Schauspielerdynastie – ist der Drahtzieher der Gruppe. Der zweite – gespielt von Aram Sabbagh, im zivilen Leben Palästinas erster Skateboarder – ist Drogenkonsument und folgt seinem Cousin, ohne stets das Risiko eines Fiasko für die Familienunternehmen zu vermeiden. Die verzweifelt fixierte Idee wäre, nach Berlin zu fahren, dort ein Café zu eröffnen und Verwandte mitzubringen, allen voran Nabila, Chatilas Verlobte, eine hervorragende Köchin.

Bagatelldiebstahl

Der Film ist sozusagen die Geschichte der aufeinanderfolgenden Pläne, die Shatila zu diesem Zweck entwickelt hat. Die erste Möglichkeit besteht darin, den sorgfältig beiseite gelegten Betrag durch Bagatelldiebstähle oder im Fall von Reda durch Pässe im öffentlichen Garten zu verwenden, um dem örtlichen Virtuosen Marwan gefälschte Pässe zu bezahlen. Leider hat Reda es in die Hände bekommen und es verschwendet, mit der tatkräftigen Hilfe von Abou Love, dem Haschischlieferanten des besetzten Hauses. Das vorzeitige Treffen eines Teenagers aus Gaza, der zu einer in Italien lebenden Tante ziehen möchte, bringt Chatila auf eine weitere Idee, dies zu erreichen, zumal er gerade Tatiana kennengelernt hat, ein Mädchen, das seinen Reizen nicht gleichgültig ist.

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Es ginge also darum, mit der Tante des Kleinen Kontakt aufzunehmen und Tatiana, die sich als Verwandte ausgibt, vorzuschlagen, ihr ihren Neffen nach Italien zu bringen. Alles für einen Betrag, der es Chatila und Reda endlich ermöglichen würde, nach Berlin aufzubrechen.

Doch dann ließ sich Tatiana, eine kluge Fliegerin, für diesen Dienst bezahlen, nahm den Teenager unter den Arm und verschwand nach Italien. Die Tante antwortet nicht mehr. Egal, selbst wenn sie Pech hat, mangelt es Chatila nie an Ideen.

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