Königin-Elisabeth-Wettbewerb: Verdiente Standing Ovations für Elli Choi

Königin-Elisabeth-Wettbewerb: Verdiente Standing Ovations für Elli Choi
Königin-Elisabeth-Wettbewerb: Verdiente Standing Ovations für Elli Choi
-

Neuer sensationeller Auftritt, an diesem Mittwochabend, mit der Amerikanerin Elli Choi, 22 Jahre alt, hinreißend in ihrem blauen Seidenkleid, paillettenbesetztem Blumenbustier, zurückgebundenem Haar und breitem Lächeln. Diese litanischen Variationen gewinnen mit jeder Version an Punkten, zweifellos dank einer zunehmenden Beherrschung des Orchesters, einer wachsenden Vertrautheit mit dem Werk beim Publikum und, im Fall von Elli Choi, dank einer enormen Begeisterung und einem Geist der Fantasie bedeutet. Sein Spiel ist insgesamt kraftvoll, die Klänge brillant, perfekt gestimmt und die Energie grenzenlos. Escaichs Werk erhält dadurch ein neues Gesicht, besonders dynamisch, tänzerisch und frei. Auch in dieser schwebenden und meditativen „Rendez-vous“-Sequenz vor der abrupten Coda.

Königin-Elisabeth-Wettbewerb: Karen Su schraubt Brahms ab

Eine neue Sinnlichkeit für Schostakowitsch

Nach einer solchen Einführung wird die Nächtlich aus Schostakowitschs Konzert Nr. 1 führt in ein völlig anderes Universum ein, offen für das Unendliche und Unbekannte und doch durchwoben von Nostalgie und vergrabenem Schmerz. Der Schreibstil ist einfach, Elli respektiert diese Einfachheit und nährt ihn gleichzeitig mit unglaublich vielfältigen Klängen, rau, warm, seidig oder flüssig, mit einer immer neuen Ausdruckskraft. Etwas ganz anderes mit dem Scherzo, sehr anspruchsvoll, was Kraft und Dynamik betrifft, mit seinen Brüchen, seinen Beschleunigungen, seinen Kontrasten; Die junge Frau, die alles zu dominieren scheint, zögert dennoch nicht, sich jedem Takt auszusetzen, hält dem Orchester stand, das manchmal ungeschickt und weniger beweglich ist als sie, und wundersamerweise, ohne den Klang zu erdrücken (spontaner Applaus, wo will). dieser Halt?).

Dort Passacaglia ist schön zum Weinen, Schostakowitsch hat damit natürlich nichts zu tun, aber hier berühren wir die außergewöhnliche Dimension der Musikerin, den Reichtum ihrer Vorschläge, die Intensität ihres Engagements. Der gewaltige Rhythmus am Ende des Satzes, der allmählich von Verzweiflung zu Raserei, von Sinnlichkeit zu Revolte übergeht, ist ein Moment kollektiven Staunens – wie in einem Traum. Und was ist mit diesem Finale – Burleske – wo die ungeheure Aura der jungen Frau neue Ausmaße annimmt, während die Energie grenzenlos, in maximaler Spannung, fast unmenschlich und doch immer von einer unglaublichen Schönheit eingeschrieben erscheint. Stehende Ovationen.

-

PREV In Antibes erzählte man von der Freundschaft zwischen dem Ehepaar Hartung-Bergman und Terry Haass
NEXT ein erstes Ferienwochenende im Grange de Meslay