Geldwäsche: Rekordzahl verdächtiger Kommunikation im Jahr 2023

Geldwäsche: Rekordzahl verdächtiger Kommunikation im Jahr 2023
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Die Meldestelle für Geldwäscherei verzeichnete im vergangenen Jahr 11.876 Fälle, ein Anstieg von mehr als 50 %.

Die Zahl der Anzeigen wegen Geldwäscheverdachts stieg innerhalb eines Jahres um 56 %. Die Meldestelle für Geldwäscherei verzeichnete im Jahr 2023 11.876 Fälle, ein Rekord, heißt es in ihrem Jahresbericht.

Im letzten Jahrzehnt haben die Meldungen verdächtiger Aktivitäten um durchschnittlich 20 bis 30 % pro Jahr zugenommen. 90,5 % der Kommunikation stammen von Finanzintermediären im Bankensektor. Als Erklärung für die deutliche Zunahme des Kommunikationsvolumens führt MROS mehrere Faktoren an.

Einerseits wurden die regulatorischen Anforderungen an Sorgfalts- und Kommunikationspflichten seit 2013 kontinuierlich verschärft. Die Aufsicht über die Finanzmärkte und der Rechtsvollzug wurden erheblich verstärkt. Andererseits wurden die vorgesehenen strafrechtlichen Sanktionen bei Verstößen gegen die Mitteilungspflicht verschärft.

Seit dem 1. Januar 2023 muss ein Finanzintermediär immer dann eine Verdachtsmeldung erstatten, wenn ihm konkrete Anhaltspunkte oder mehrere Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass Vermögenswerte kriminellen Ursprungs sein könnten und die durchgeführten zusätzlichen Abklärungen den Verdacht nicht ausräumen können.

Darüber hinaus respektieren Wirtschaftsprüfungsgesellschaften und interne Revisionsstellen das Überwachungssystem besser. Auch Geldwäsche steht im Fokus der Medien, was die Zunahme der Denunziationen erklären könnte.

Der Aufwärtstrend soll sich auch im Jahr 2024 und den Folgejahren fortsetzen, betont die MROS. Und um klarzustellen, dass die Geschäftsstelle für einen weiteren Anstieg des Kommunikationsaufkommens ähnlich wie im Jahr 2023 nur bedingt gerüstet ist. Ihre personellen und technischen Ressourcen stoßen an ihre Grenzen.

Ernstes Verbrechen

Angesichts der Vielzahl an Denunziationen ist die MROS nicht mehr in der Lage, alle Informationen mit der gleichen Präzision zu analysieren und zu verarbeiten. Er befürchtet, dass durch Zunahme erhebliche Fälle von Geldwäsche unerkannt bleiben.

Der Schwerpunkt der MROS liegt auf der Bekämpfung schwerer Kriminalität, wobei der Schwerpunkt auf der organisierten Kriminalität, der Terrorismusfinanzierung sowie bestimmten Formen der Wirtschaftskriminalität liegt. In diesem Bereich übermittelte die MROS im Vergleich zum Vorjahr 43 % mehr Beschwerden an die Bundesanwaltschaft.

Insgesamt übermittelte die MROS im vergangenen Jahr 866 Anzeigen an die Strafverfolgungsbehörden, was einem Rückgang von 29,7 % (1232) gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Denunziationen waren jedoch substanzieller.

Finanzierung des Terrorismus

Darüber hinaus gingen bei der MROS 93 Mitteilungen ein, die den Verdacht auf Terrorismusfinanzierung oder Verstösse gegen das Bundesgesetz zum Verbot von Al-Qaida- und Islamischen Staatsgruppen sowie verwandten Organisationen betrafen. Dies entspricht 0,8 % aller eingegangenen Mitteilungen. Diese Mitteilungen waren Gegenstand von fünf Anzeigen bei den zuständigen Strafverfolgungsbehörden.

Die meisten davon stehen im Zusammenhang mit anderen Vortaten. Weitere Verdachtsgründe waren in 30 Fällen die Mitgliedschaft in einer kriminellen oder terroristischen Vereinigung, in sieben Fällen Betrug und in zwei Fällen qualifizierte Steuerdelikte, Korruption, Wertpapierfälschung und/oder Untreue.

Die meisten Mitteilungen im Zusammenhang mit dem Verdacht der Terrorismusfinanzierung stammen von Banken (75 von 93). Zwölf davon stammen von Zahlungsdienstleistern.

Organisiertes Verbrechen

Etwa 421 verdächtige Transaktionsmeldungen betrafen Verbindungen zu einer kriminellen oder terroristischen Vereinigung, das sind 3,5 % aller eingegangenen Mitteilungen. Der überwiegende Teil davon (90 %) wurde von Banken an die MROS übermittelt.

Verdachtsmeldungen zu Kryptowährungen werden immer wichtiger. Im Jahr 2023 standen 14,5 % aller Kommunikationen damit in Zusammenhang, zweieinhalb Mal mehr als im Jahr 2020.

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