Unternehmen haben immer noch Angst vor Online-Angriffen

Unternehmen haben immer noch Angst vor Online-Angriffen
Unternehmen haben immer noch Angst vor Online-Angriffen
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Zürich (awp) – Die größten Risiken für Schweizer Unternehmen sind je nach Branche Internetangriffe und Energiekrisen.

Fast die Hälfte der befragten Unternehmen „glauben, dass ihre Existenz im Falle eines größeren Schocks, beispielsweise eines Cyberangriffs, gefährdet wäre“, heißt es im am Dienstag veröffentlichten UBS Outlook Schweiz-Bericht für das zweite Quartal 2024. Bei großen Unternehmen sinkt dieser Wert jedoch auf 40 %, da sie aufgrund ihrer Größe und Diversifizierung größere Schocks absorbieren können.

Die Umfrage unter rund 2.500 Vertretern von Schweizer Unternehmen zeigt, dass in der Industrie mehr als die Hälfte angibt, immer plötzlicher und gravierender vor Herausforderungen zu stehen. Auf Stichprobenebene betragen die Werte etwa 45 % für die Häufigkeit und 35 % für die Intensität.

Mehr als zwei Drittel glauben, dass Cyberkriminalität insbesondere im Dienstleistungssektor erhebliches Schadenspotenzial birgt. Im Falle einer Pandemie wird das Schadenspotenzial in den Bereichen Kunst, Gastgewerbe und Bildung, die bereits durch die Covid-19-Pandemie angeschlagen waren, als größer eingeschätzt.

Auch das Gefühl der Verletzlichkeit ist in Kleinstunternehmen ausgeprägter. Während 13 % der befragten Betriebe in den letzten fünf Jahren Opfer eines Cyberangriffs wurden, halten es 41 % für sehr wahrscheinlich, dass sie in den nächsten drei Jahren zum Ziel werden.

Energie, von der Industrie unter die Lupe genommen

Was Energieengpässe und Ausfälle in der Lieferkette angeht, sehen weniger als die Hälfte der Unternehmen ein erhebliches Schadenspotenzial darin. Allerdings befürchten fast 60 % der Branchen große Energieknappheit und etwa 65 % Versorgungsprobleme.

Zu den bevorzugten Maßnahmen gehört vor allem die Reduzierung ihres Energieverbrauchs. Die eigene Energieerzeugung, die Änderung des Energiemixes oder die Neuordnung des Angebots sind deutlich weniger beliebte Optionen.

In den arbeitsintensiven Branchen Gesundheit, Baugewerbe sowie Hotel- und Gaststättengewerbe steht die Verfügbarkeit von Arbeitskräften im Vordergrund. Finanzielle Risiken – zum Beispiel Wechselkursschwankungen – bereiten Gastronomen und Herstellern besondere Sorgen. Was die Verschärfung der Umweltvorschriften oder das Aufkommen neuer Technologien angeht, werden diese Faktoren eher als Chancenquelle denn als wesentliche Bedrohung wahrgenommen, betont UBS.

Die Grossbank weist auf „fünf globale Trends“ hin, die Schweizer Unternehmen im Auge behalten müssen. „Deglobalisierung“, aber auch geopolitische Krisen stellen die Lieferketten der Unternehmen auf eine harte Probe. die Alterung der Bevölkerung gilt als „Hauptursache für den Arbeitskräftemangel“. „Digitalisierung“, die Chance und Herausforderung zugleich ist, oder „Dekarbonisierung“, die eine Reduzierung der Treibhausgasemissionen ermöglicht, aber „das Risiko von Energieengpässen in der Übergangsphase erhöht“.

Mehr als 60 % der Befragten sind Unternehmen mit weniger als 10 Mitarbeitern und 30 % mit 10 bis 49 Mitarbeitern. Rund 13 % davon sind in der Industrie tätig, 8 % im Bau- und Gemeinwesensektor und 79 % im Dienstleistungssektor.

ck/jh

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