Jura: Die Tage des Tête de Monk könnten gezählt sein

Jura: Die Tage des Tête de Monk könnten gezählt sein
Jura: Die Tage des Tête de Monk könnten gezählt sein
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Wenn Sie Käse lieben, werden Sie diesen kleinen Blumen aus Pfifferlingen kaum widerstehen können. Der Tête de Moine wird seit mehr als 800 Jahren im Jura hergestellt und steht laut der französischsprachigen Agrarinformationsagentur (AGIR) dennoch „vor beispiellosen Herausforderungen“. Um zu dieser Schlussfolgerung zu gelangen, greift AGIR auf das internationale Forschungsprojekt MOVING zurück, das darauf abzielt, die Widerstandsfähigkeit und Nachhaltigkeit von Berggebieten in Europa angesichts des Klimawandels zu verbessern.

Diese Studie zeigt insbesondere einen Temperaturanstieg im Juragebirge sowie deutliche Veränderungen der Niederschlagsmengen auf. Dies wirkt sich direkt auf die Futterproduktion aus, die für die Kuhfütterung und damit die Käseproduktion von entscheidender Bedeutung ist. „Da vor allem im Sommer weniger Wasser zur Verfügung steht, müssen wir möglicherweise überdenken, wann und wie unser Käse hergestellt wird, und über eine Änderung der Grasarten auf Wiesen nachdenken“, betont Dominique Barjolle vom Institut für Geographie und Nachhaltigkeit der UNIL.

Zum Klimaproblem kommt noch hinzu, dass sich immer weniger junge Menschen für die wirtschaftlich unattraktive Milchviehhaltung interessieren. So wird laut MOVING im Kanton Jura die Zahl der Betriebe, die AOP-Milch produzieren, von heute 238 auf 180 im Jahr 2050 steigen. Jacques Gygax, Präsident der Interprofession de la Tête de Moine, bleibt jedoch optimistisch: „Es ist entscheidend, diese Veränderungen vorherzusehen und sich ihrer bewusst zu sein.“ Aber mit einem symbolträchtigen Produkt mit hohem Mehrwert wie unserem haben wir alle Karten in der Hand, um diese Herausforderungen zu meistern.“

Die Lösung könnte auch darin bestehen, die Produktion zu steigern, wobei das Ziel darin besteht, 4.000 Tonnen im Vergleich zu 3.300 Tonnen im letzten Jahr zu erreichen und so den Export anzukurbeln. „Tête de Moine ist heute als Luxusprodukt positioniert, sehr beliebt im Ausland, wo zwei Drittel der Produktion verkauft werden“, erklärt Jacques Gygax, der die Käsespezialität mit der Schweizer Feinuhrmacherei vergleicht.

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