Fintech. Die sich verändernde afrikanische Landschaft

Fintech. Die sich verändernde afrikanische Landschaft
Fintech. Die sich verändernde afrikanische Landschaft
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Der Technologiegipfel fungierte als Katalysator und rückte eine Vielzahl marokkanischer und afrikanischer Start-ups ins Rampenlicht, die sich für die Umgestaltung der Finanzlandschaft und die Entwicklung von Kreditprodukten zugunsten der Bevölkerung ohne Bankverbindung einsetzten.

HATIn Marokko ist die anhaltende Verwendung von Bargeld nach wie vor eine bedeutende Realität und spiegelt traditionelle Geschäftspraktiken und eine allgemeine Zurückhaltung gegenüber digitalen Transaktionen wider. Laut Statistiken der Bank Al-Maghrib (BAM) erreichte der Bargeldumlauf Ende März letzten Jahres einen neuen Rekord und überschritt die 400-Milliarden-Dirham-Marke, was einem Anstieg von 10,2 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht.

Aber die Dynamik ist so groß, dass sich diese Landschaft ständig verändert. Unter dem Einfluss der Regierungspolitik und privater Initiativen bewegt sich Marokko allmählich in Richtung einer Gesellschaft, die weniger von Zahlungen in harter Währung abhängig ist. Die Covid19-Pandemie hat diesem Übergang einen Schub verliehen und die Akzeptanz mobiler Zahlungslösungen bei Verbrauchern und Unternehmen gefördert.

Eine Fülle von Startups

LDie zweite Ausgabe von Gitex Africa, die kürzlich in Marrakesch stattfand, wirkte als Katalysator und rückte eine Vielzahl marokkanischer und afrikanischer Start-ups ins Rampenlicht, die an der Umgestaltung der Finanzlandschaft beteiligt waren. Unter Berücksichtigung etablierter Finanzmechanismen und unter Berücksichtigung etablierter Finanzmechanismen wurden zahlreiche innovative Lösungen für mobiles Bezahlen, Geldtransfers und Vermögensverwaltung vorgestellt, die bei Investoren aus aller Welt auf großes Interesse stoßen.

Der Optimismus ist bei den Experten, Unternehmern und Investoren vor Ort spürbar. Yassine Regragui, eine anerkannte Persönlichkeit in der Fintech-Branche, teilt seine Begeisterung: „Wir sehen Dutzende junger Fintech-Startups, was sehr ermutigend ist, insbesondere zu sehen, dass Marokko sich in Richtung Bargeldlosigkeit bewegt.“ Der Tech Summit diente als Sprungbrett zur Präsentation verschiedener Innovationen im Fintech-Sektor und beleuchtete vielversprechende Lösungen für digitales Bezahlen und finanzielle Inklusion auf dem gesamten Kontinent.

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Zu den bemerkenswerten Einsendungen gehört Lupiya Financial Services, eine sambische Neobank, die für ihre innovativen Finanzlösungen den Hauptpreis von 50.000 US-Dollar gewann. Das Start-up bietet Kreditprodukte an, die auf die Bedürfnisse unterversorgter Gemeinden in Sambia zugeschnitten sind. Daba Finance wiederum hob seine Investitionsplattform hervor, die den Zugang zu privaten und öffentlichen Kapitalmärkten in Afrika erleichtert. Durch den Einsatz seiner Technologie möchte Daba das Investieren demokratisieren, indem es Anlagestrategien allen Anlegerebenen zugänglich macht. Beachten Sie auch die Präsenz von Secondstax auf dieser Gitex Africa 2024, die sich in der Kategorie „Fintech and Blockchain Disruptor“ dadurch auszeichnete, dass sie in ihrer Kategorie herausragte. Auch im Crowdfunding-Bereich hat das neuseeländische Startup einiges bewirkt und zeichnet sich durch seine innovative Plattform aus, die verschiedene unternehmerische Projekte unterstützt, indem sie den Zugang zu Crowdfunding erleichtert. Im Bereich der fortschrittlichen Technologien hat Ora Technologies mit seinem Ziel, eine „Super-App“ auf den Markt zu bringen, Aufmerksamkeit erregt. „Der Trend geht zu Super-Apps in China und den USA und es ist ein Modell, das Afrika zutiefst inspiriert“, erklärt Yassine Regragui und betont die wachsende Attraktivität dieser multifunktionalen Plattformen auf dem Kontinent.

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Die Begeisterung für Komplettlösungen, die verschiedene digitale Dienste integrieren, spiegelt einen tiefgreifenden Wandel der Konsumgewohnheiten und Erwartungen an Finanzdienstleistungen in Afrika wider. In dieser Dynamik der Modernisierung und Integration spielte Visa bei dieser Veranstaltung auch eine führende Rolle und stellte Innovationen im Bereich des digitalen Zahlungsverkehrs vor. Das Konzept der „Cashless Medina“ war einer der Höhepunkte und verdeutlichte das Engagement von Visa, KMU und Sozialunternehmern, insbesondere Handwerkern, den Einstieg in die digitale Wirtschaft zu ermöglichen.

Anhaltende Herausforderungen

NICHTTrotz dieser Fortschritte steht der Übergang zu einem vollständig „bargeldlosen“ System jedoch immer noch vor großen Herausforderungen, insbesondere im Hinblick auf die finanzielle Inklusion und den Zugang zu digitalen Technologien, was den Umfang und die Geschwindigkeit dieser Mutation begrenzt. Bei der Entwicklung von Fintech stehen Marokko und andere afrikanische Nationen vor dem „Bargeldparadoxon“. Obwohl die Digitalisierung auf dem Vormarsch ist und die Akzeptanz neuer Zahlungstechnologien zunimmt, bleibt die Nachfrage nach Bargeld bestehen und weist komplexe Dynamiken auf. Diese Realität wurzelt in tief verwurzelten Zahlungsgewohnheiten, einer flexiblen Geldpolitik und spezifischen Herausforderungen für die Finanzentwicklung. In Marokko beispielsweise wächst die Bargeldmenge schneller als die Wirtschaftsaktivität, was die anhaltende Bedeutung von Bargeld in der Wirtschaft unterstreicht. Dieser Kontext ermutigt lokale Fintech-Akteure, geschickt zwischen Tradition und Finanzinnovation zu manövrieren.

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