In Jülich produziert Synhelion seine ersten Fässer Solarkerosin – rts.ch

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Das Schweizer Startup Synhelion hat am Donnerstag seine erste Produktionsanlage eingeweiht, die alle thermochemischen Syntheseprozesse erneuerbarer Kraftstoffe integriert. Es liegt in Jülich, im Westen Deutschlands.

Dieses Kraftwerk mit dem Namen „DAWN“ soll den neuen Aufbruch in der Geschichte der Flugtreibstoffe verkörpern: Kerosin fossilen Ursprungs durch synthetische Treibstoffe ersetzen, die bei der Verbrennung in den Reaktoren des Flugzeugs nur das im Flugzeug gebundene CO2 ausstoßen Atmosphäre, um sie herzustellen. Und das ist der thermochemische Weg, den Synhelion seit seinen ersten erfolgreichen Versuchen im Jahr 2014 entwickelt hat.

Das Herzstück seiner Technologie ist die Fähigkeit, die Konzentration der Sonnenstrahlung bei sehr hohen Temperaturen in einem mit einem Cerkatalysator ausgestatteten Reaktor zu steuern. Oberhalb von 1000 Grad können Wasserstoff-, Sauerstoff- und Kohlenstoffatome rekombinieren. Durch die Injektion von Biomethan, Wasser und CO2 entstehen Sauerstoff und synthetisches Gas (Syngas), das durch bewährte Raffinationsverfahren in verschiedene Kraftstoffe umgewandelt werden kann: Diesel oder Kerosin.

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Weltpremiere

Es ist dieser integrale Prozess, den Synhelion gerade in seinem Kraftwerk Jülich zusammengeführt hat: die Sammlung der Sonnenstrahlung durch ein Feld von Reflektoren, ihre Konzentration und die Speicherung von Wärme in einem thermischen Reservoir, das ausreicht, um Tag und Nacht eine unterbrechungsfreie Produktion zu gewährleisten, und so die… Gas strömt im Reaktor und wandelt dann das Synthesegas in Kerosin um.

Der Synhelion-Standort in Jüloich. [RTS – Pascal Jeannerat]

Die ersten Fässer mit grünem Kerosin sind voll und die Jahresproduktion dürfte einige Tonnen erreichen. „Mit dieser Anlage zeigen wir, dass wir es ernst meinen“, unterstreicht Synhelion-Präsident Hans Hess am Freitag um 19:30 Uhr.

Der Leiter fasst die Beweise für die nächsten Schritte zusammen: „Wir müssen tausendmal mehr, tausendmal größer machen!“ Für den Bau eines solchen Kraftwerks wären Investitionen von über einer Milliarde Franken nötig und das Startup richtet sich an Großinvestoren oder große Marktteilnehmer.

„Wir haben auch Kontakte in die Ölbranche, aber die schauen mit etwas Skepsis auf das, was hier passiert“, schmunzelt Hans Hess. Heute werden jährlich 300 Millionen Tonnen fossiles Kerosin für die Luftfahrt verbrannt.

Dosen mit Synhelion-Solarbrennstoff. [RTS – Pascal Jeannerat]

Nach dem Morgengrauen, Aufstehen

Die Überzeugung der beiden Gründer Philipp Furler und Gianluca Ambrosetti ist unerschütterlich: Wenn „DAWN“ bereits die erfolgreiche Umsetzung einer zehn Jahre alten Vision darstellt, ist der nächste Schritt bereits angekündigt.

Das zukünftige Synhelion-Kraftwerk wird ab 2027 1000 Tonnen Kerosin pro Jahr produzieren können

Gianluca Ambrosetti, Mitbegründer von Synhelion

„RISE“ werde in Spanien gebaut und „ab 2027 1000 Tonnen Kerosin pro Jahr produzieren können“, kündigt Gianluca Ambrosetti an. „Wir müssen wachsen, so können wir die Produktionskosten senken.“ Das Ziel von Synhelion: einen Euro pro Liter erreichen.

Diese zukünftige Produktion hat bereits ihre Abnehmer gefunden: insbesondere Schweizer, die auch als Investor beteiligt sind. „Mit diesem Kraftwerk schreiben wir Geschichte“, freut sich Heike Birlenbach, kaufmännische Geschäftsführerin des Unternehmens.

Die Swiss strebt die CO2-Neutralität bis 2050 an, eine Halbierung ihrer CO2-Emissionen jedoch bereits bis 2030: „Diese Technologie ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Strategie“, erklärt Heike Birlenbach.

Eine große Herausforderung

Während die Europäische Union ab 2025 einen Mindestanteil von 2 % grüner Treibstoffe in Flugzeugen vorschreibt, die den Kontinent verlassen, läuft die Zeit für den Ausbau der Produktion von synthetischem Kerosin davon. Denn wenn bereits ein gewisser Strom an Biokraftstoffen auf dem Markt vorhanden ist, reicht dieser aufgrund des Mangels an Bio-Rohstoffen nicht aus, um mehr als zehn Prozent des Bedarfs zu decken. Es ist daher im Wesentlichen die Syntheseproduktion, die rasch gesteigert werden muss, um die Ziele zu erreichen.

Ein riesiger aufstrebender Markt, in dem Synhelion eine wichtige Rolle spielen möchte; Es ist sowieso die Technologie. Es könnte im Jahr 2040 umgerechnet die Hälfte des Bedarfs des europäischen Kontinents decken, sagen die Verantwortlichen des Startups. Für den Bau künftiger Riesenkraftwerke nennt Gianluca Ambrosetti Europa, aber auch die USA oder den Nahen Osten. Nach der Morgendämmerung und dem Aufgang würde es bald den Höhepunkt für Synhelion erreichen.

>> Um mehr über Synhelion-Kraftstoff zu erfahren, schauen Sie sich den Bericht um 19:30 Uhr an:

Flugzeuge mit CO2-neutralem Treibstoff fliegen, dank eines Schweizer Unternehmens bald möglich
Flugzeuge mit CO2-neutralem Treibstoff fliegen, dank Schweizer Unternehmen bald möglich / 19:30 Uhr / 2 Min. / 9. Oktober 2022

Pascal Jeannerat

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