Der Digital Service Act (DSA): ein neues digitales Zeitalter

Der Digital Service Act (DSA): ein neues digitales Zeitalter
Der Digital Service Act (DSA): ein neues digitales Zeitalter
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Der Digital Service Act (DSA): ein neues digitales Zeitalter

Das Inkrafttreten des Digital Service Act (DSA) innerhalb der Europäischen Union markiert einen entscheidenden Schritt in der Regulierung der digitalen Welt. Seine Auswirkungen könnten sich letztendlich als ebenso erheblich erweisen wie die der DSGVO oder des bevorstehenden KI-Gesetzes.

Der Digital Service Act (DSA), der nach seiner Vorlage im Jahr 2020 seit dem 17. Februar 2024 gilt, zielt darauf ab, ein sichereres und transparenteres digitales Umfeld zu schaffen. Es soll den Betrieb digitaler Plattformen, insbesondere von Internetgiganten, regulieren und ist eine Reaktion, die an das exponentielle Wachstum des Online-Handels, sozialer Netzwerke und digitaler Tools angepasst ist. Ziel ist es, die Nutzer zu schützen und gleichzeitig den Herausgebern dieser Plattformen eine erhöhte Verantwortung aufzuerlegen.

Das DSA erlegt viele neue Verpflichtungen auf. Dazu gehören Transparenz über Algorithmen, strengere Verfahren zur Meldung illegaler Inhalte und die Verpflichtung, detaillierte Berichte über Aktivitäten bereitzustellen. Ziel dieser Maßnahmen ist es, die Verbreitung schädlicher Inhalte einzudämmen und einen fairen Wettbewerb sicherzustellen.

Durch die Schaffung einer Gegenmacht zu den Web-Giganten eröffnet die DSA Chancen für KMU auf Réunion. Erstens werden dadurch fairere Wettbewerbsbedingungen geschaffen, die es ermöglichen, konkurrierende Dienste auf faireren Grundlagen anzubieten, indem Barrieren „abgebaut“ werden, die nach dem Wettbewerbsrecht als unzulässig gelten.

Mit strengeren Transparenz- und Werberegeln können sich kleine Unternehmen durch ein authentischeres und personalisierteres Benutzererlebnis von der Konkurrenz abheben. Indem sie auf das Vertrauen der Verbraucher setzen, werden sie automatisch eine bessere Verbindung zu ihrem Publikum aufbauen. Nehmen wir das Beispiel einer lokalen Online-Verkaufsplattform. Mit DSA kann ein Verbraucher verstehen, warum ihm aufgrund seines Surfverhaltens bestimmte Produkte empfohlen werden. Dies verbessert nicht nur das Benutzererlebnis, sondern schafft auch Vertrauen in Online-Einkaufsprozesse. Der DSA bietet die Möglichkeit, interne Prozesse in den Bereichen Benutzererfahrung, Datenmanagement und Cybersicherheit zu überprüfen und zu verbessern. Über die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften hinaus werden diese Maßnahmen die Gesamtbetriebseffizienz direkt verbessern.

Kosten zu tragen

Allerdings stellt das DSA erhebliche Herausforderungen für VSEs und KMUs auf Réunion dar, insbesondere im Hinblick auf die technische Umsetzung dieser neuen Verpflichtungen. Unternehmen müssen sich darauf vorbereiten, in fortschrittliche technologische Lösungen zu investieren. Beispielsweise müssen sie möglicherweise Content-Management-Systeme entwickeln oder erwerben, um illegale Inhalte zu filtern, zu erkennen und zu entfernen. Damit diese Systeme effizient und reaktionsfähig sind, sind Personalressourcen oder der Einsatz von KI-Technologien erforderlich.

Das DSA fordert mehr Transparenz im Online-Betrieb, einschließlich der Art und Weise, wie Algorithmen die Benutzerentscheidungen beeinflussen. Für KMU bedeutet das, dass sie klare Informationen über die Funktionsweise ihrer Dienste bereitstellen müssen, insbesondere in Bezug auf Werbung und empfohlene Inhalte. Dies stellt eine Herausforderung dar, insbesondere wenn dieser Teil an Subunternehmer vergeben und intern nur unzureichend kontrolliert wird – was in unseren Gebieten die Norm ist.

KMU müssen außerdem ihre Datensicherheit stärken und robuste Cybersicherheitssysteme implementieren, um Benutzerinformationen zu schützen. Sie müssen sich mit fortschrittlichen Verschlüsselungslösungen ausstatten, Firewalls oder Intrusion Detection and Response-Systeme.

Neben technologischen Investitionen müssen KMU auch in die Ausbildung ihrer Mitarbeiter investieren. Es ist von entscheidender Bedeutung, dass die Mitarbeiter die neuen Vorschriften verstehen und darin geschult werden, sie täglich richtig anzuwenden. Dazu gehört die Verwaltung von Kundendaten, die Moderation von Inhalten und die Beantwortung von Benutzeranfragen.

All diese Investitionen stellen eine finanzielle und betriebliche Herausforderung dar, insbesondere für kleine Unternehmen mit begrenzten Ressourcen. Für sie ist es wichtig, diese Ausgaben strategisch zu planen, nach kostengünstigen Lösungen zu suchen und möglicherweise Kooperationen oder Partnerschaften in Betracht zu ziehen, um Kosten und Fähigkeiten zu teilen.

Rémi Voluer : Rémi Voluer, Präsident der Phelen Group und Auslandsdelegierter der Gewerkschaft Cinov Digital, war an der Gründung mehrerer Dutzend Unternehmen im Bereich Hightech und Innovation beteiligt. Seit mehr als 20 Jahren unterstützt er außerdem Unternehmen und Gemeinden im Indischen Ozean bei der Strukturierung und der Antizipation von Veränderungen im Zusammenhang mit neuen Technologien.

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