Welche Zukunft hat die Europäische Gesundheitsunion?

Welche Zukunft hat die Europäische Gesundheitsunion?
Welche Zukunft hat die Europäische Gesundheitsunion?
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© Europäische Union

Der Europäische Rat hat kürzlich Schlussfolgerungen zur Zukunft der Europäischen Gesundheitsunion (EUH) gebilligt und die Europäische Kommission aufgefordert, die Gesundheit für ihre nächste fünfjährige Amtszeit ganz oben auf die Prioritätenliste zu setzen. In einer Kolumne fordert Minister Vandenbroucke Europa auf, einzugreifen, „um die Implosion bestimmter Teile unserer nationalen Gesundheitssysteme zu verhindern. Nicht durch die Ersetzung nationaler Richtlinien, sondern durch die Schaffung eines ‚unterstützenden Umfelds‘.“

Die Schlussfolgerungen des Rates verdeutlichen die zahlreichen Herausforderungen, vor denen die Gesundheitssysteme der EU stehen. Dazu gehören ein Mangel an Gesundheitspersonal, Schwierigkeiten bei der Versorgung mit Medikamenten und medizinischen Geräten sowie ein steigender Pflegebedarf aufgrund der Alterung der Bevölkerung. Der Minister für Soziales und öffentliche Gesundheit, Frank Vandenbroucke, machte deutlich: „Die europäischen Gesundheitssysteme stehen vor zehn schwierigen Jahren, angesichts der wachsenden Bedürfnisse einer alternden Bevölkerung, der Zunahme chronischer Krankheiten, der Knappheit an Medikamenten und medizinischen Geräten sowie der Pensionierung von Menschen.“ Gesundheitspersonal, das unsere Ressourcen belastet. Die Klimakrise und der Aufstieg der künstlichen Intelligenz machen die Situation noch komplizierter.

Maßnahmen zur Reaktion auf aktuelle Herausforderungen

Um dem Personalmangel entgegenzuwirken, fordert der Rat die Mitgliedstaaten und die Kommission auf, in die Ausbildung und Einstellung von Gesundheitsfachkräften zu investieren, digitale Instrumente einzuführen und die Zusammenarbeit und den Wissensaustausch auf Gesundheitsebene zu stärken. Im Hinblick auf die Arzneimittelversorgung empfiehlt der Rat weitere Bemühungen zur Linderung von Engpässen, insbesondere durch die Allianz für kritische Arzneimittel, und schlägt die Prüfung spezifischer Rechtsvorschriften zur Sicherung der Lieferketten vor.

Erfüllung vorrangiger Gesundheitsbedürfnisse

Der Rat betont, wie wichtig es ist, vorrangige Gesundheitsbedürfnisse zu berücksichtigen. Zu diesem Zweck schlägt er die Einrichtung einer unabhängigen Datenbank vor, die ungedeckte Bedürfnisse identifizieren würde. Es könnte ein freiwilliger, von den Mitgliedstaaten geleiteter Mechanismus zur Bewertung und Priorisierung dieser Bedürfnisse eingerichtet werden, mit einer Koordinierung auf EU-Ebene für die dringendsten Bedürfnisse.

Krankheitsprävention

Die Prävention nichtübertragbarer Krankheiten, die für fast 90 % der Todesfälle in der EU verantwortlich sind, ist ein weiterer vorrangiger Handlungsbereich. Der Rat fordert die Mitgliedstaaten und die Kommission auf, einen gesunden Lebensstil zu fördern und die Vorschläge des Europäischen Krebsplans anzunehmen. Darüber hinaus wird betont, wie wichtig es ist, auf übertragbare Krankheiten vorbereitet zu sein, grenzüberschreitende Bedrohungen als Priorität aufrechtzuerhalten, Fehlinformationen zu bekämpfen und die Sicherheit der Arzneimittelversorgung zu verbessern.

Kontext und Zukunftsaussichten

Seit der Mitteilung der Europäischen Kommission im November 2020 zielt die Schaffung der Europäischen Gesundheitsunion darauf ab, die Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten in Gesundheitsfragen zu stärken. Zu den Zielen gehören eine gemeinsame Reaktion auf Gesundheitskrisen, die Verfügbarkeit innovativer und erschwinglicher medizinischer Versorgung sowie eine bessere Prävention und Behandlung von Krankheiten wie Krebs.

> Lesen Sie die Tribune von Minister Vandenbroucke

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