Das Konzert der russischen Sopranistin Anna Netrebko in Luzern wurde abgesagt

Das Konzert der russischen Sopranistin Anna Netrebko in Luzern wurde abgesagt
Das Konzert der russischen Sopranistin Anna Netrebko in Luzern wurde abgesagt
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Die russische Starsopranistin Anna Netrebko wird in Luzern nun doch nicht auftreten. Das für den 1. Juni geplante Konzert im Kultur- und Kongresszentrum Luzern (KKL) wurde auf Druck der Luzerner Regierung abgesagt.

„Das KKL ist für das Anna Netrebko-Konzert am 1. Juni nicht verfügbar“, schrieb die Luzerner Zeitung am Mittwoch. Die öffentliche Wahrnehmung des Solisten bleibe umstritten, schreibt das KKL in einem schriftlichen Positionspapier weiter, das der Agentur Keystone-ATS vorliegen konnte.

Angst um die öffentliche Ordnung

Grund für die Absage ist die zeitliche und geografische Nähe des Auftritts zur Ukraine-Friedenskonferenz, die am 15. und 16. Juni in Bürgenstock (NW) stattfinden soll. Die kantonalen und kommunalen Behörden forderten das KKL auf, die Demonstration abzusagen, da „mit einer Gefährdung der öffentlichen Ordnung zu rechnen sei“.

Darauf angesprochen erklärte Armin Hartmann (UDC), Direktor für Bildung und Kultur des Kantons Luzern, dass die Luzerner Regierung vor Ausschreitungen und Protesten gewarnt habe, „die die Sicherheitslage der Bevölkerung gefährden könnten“. In einem Brief äußerte der Staatsrat die „eindeutige Erwartung“, dass das geplante Konzert abgesagt werde.

Anna Netrebko ihrerseits bedauert diese einseitige Absage „entgegen den vertraglichen Verpflichtungen mit den Veranstaltern“. Sein Management teilte schriftlich mit, dass die Friedenskonferenz erst zwei Wochen nach dem Konzerttermin stattgefunden habe. Darüber hinaus kam es bei keinem der knapp 100 Aufführungen seit März 2022 zu einer Störung der öffentlichen Ordnung.

Konzert bereits verschoben

Einige schreiben dem Künstler eine Nähe zum russischen Führer Wladimir Putin zu. Sie feierte 2014 insbesondere ihr 50-jähriges Jubiläum im Kreml und wurde im selben Jahr mit einer Flagge von Neu-Russland und einem prorussischen Separatistenführer aus der Ostukraine ausgestellt.

Nach der russischen Invasion in der Ukraine im Februar 2022 geriet sie zunehmend in die Kritik. Dies folgte auf die Absage von Konzerten und Auftritten in den USA und mehreren westlichen Ländern. Das Team der Sängerin weist jedoch darauf hin, dass die in Österreich lebende Anna Netrebko, die die österreichische Staatsbürgerschaft besitzt, sich mehrfach gegen den Krieg ausgesprochen und zum Frieden in der Ukraine aufgerufen habe.

Die Aufführung war ursprünglich für Juni 2022 geplant, wurde aber letztlich um zwei Jahre verschoben: aufgrund von Covid, so das Management von Frau Netrebko; weil Russland kurz zuvor in die Ukraine einmarschiert sei, heißt es in Luzern.


ats

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