Genf rückt Pressekarikaturen ins Rampenlicht

Genf rückt Pressekarikaturen ins Rampenlicht
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Ein Hongkonger Karikaturist, Zunzi, und eine indische Karikaturistin, Rachita Taneja, wurden am 3. Mai, dem Welttag der Pressefreiheit, mit dem internationalen Presse-Cartoon-Preis „Kofi Annan Courage in Cartooning Award“ ausgezeichnet.

Dieser Preis und eine Ausstellung mit Pressekarikaturen, die diesen Freitag am Quai Wilson in Genf, unweit des Hauptquartiers des UN-Hochkommissars für Menschenrechte, in Anwesenheit der iranischen Anwältin Shirin Ebadi, Friedensnobelpreisträgerin 2003, eröffnet wurden, wurden von ins Leben gerufen die Freedom Cartoonists Foundation unter Vorsitz des Genfer Karikaturisten Patrick Chappatte und die Stadt Genf.

Der „Kofi Annan Courage in Cartooning Award“ wird alle zwei Jahre verliehen. „Es ist die immer größer werdende Zahl weiblicher Pressekarikaturistinnen, die wir besonders würdigen möchten. Zusätzlich zu dem Druck, der mit der Ausübung des Berufs einhergeht, sind sie auch Bedrohungen ausgesetzt, die mit ihrem Status als Frauen verbunden sind“, betonte Patrick Chappatte.

Der 1955 in Hongkong geborene Karikaturist Zunzi begann seine Karriere als politischer Karikaturist 1983 bei der Zeitung „Ming Pao“, unterstreicht die Stiftung in einer Pressemitteilung. „Seine Illustrationen behandeln sensible Themen im Sinne einer politischen Satire. Doch im Mai 2023 kündigte „Ming Pao“ im Kontext der Unterdrückung von Freiheiten seinen Vertrag“ und „seit 2023 gehören seine Bücher und Alben zu den vielen Titeln, die in öffentlichen Bibliotheken verboten sind“, fügt die Stiftung hinzu.

Laut dem Pressefreiheitsindex von Reporter ohne Grenzen (RSF) liegt Hongkong auf Platz 140 von 180.

Rachita Taneja, die andere Preisträgerin, ist eine indische Künstlerin, die in Form eines Comics Kommentare zu politischen und gesellschaftlichen Ereignissen abgibt. Die dürren Charaktere sprechen über Themen, die von Belästigung bis Menstruation, von Homophobie bis Demokratie reichen, unterstreicht die Pressemitteilung der Stiftung.

Die Designerin findet sich heute mit einem Damoklesschwert über dem Kopf wieder. Im Dezember 2020 reichte ein Mitglied des Studentenflügels der Regierungspartei eine Beschwerde wegen Missachtung des Obersten Gerichtshofs gegen ihn ein. Der Staatsanwalt leitete ein Verfahren ein. Im Falle eines Schuldspruchs drohe Rachita Taneja eine sechsmonatige Haftstrafe, so die Stiftung.

Laut RSF-Index liegt Indien hinsichtlich der Pressefreiheit auf Platz 161 von 180 Ländern.

Die Ausstellung mit Pressekarikaturen „Drawings for Freedom“, die bis zum 2. Juni läuft, befasst sich in diesem Jahr mit drei aktuellen Themen: Frauenrechte, aktuelle Kriege im Nahen Osten, in der Ukraine und im Sudan sowie künstliche Intelligenz.

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