Schweizer Opfer eines riesigen chinesischen Cyberkriminellennetzwerks

Schweizer Opfer eines riesigen chinesischen Cyberkriminellennetzwerks
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In China ansässige Kriminelle haben den Betrug mit gefälschten Online-Shops zu einem industriellen Maßstab gemacht. Einer Untersuchung der Zeitungen „Le Monde“, „The Guardian“ und „Die Zeit“ zufolge wurden seit 2015 mehr als 76.000 Verkaufsseiten online gestellt, die vorgaben, von Marken wie Dior, Lacoste oder Nike zu stammen. Durchgesickerte Dokumente deuten darauf hin, dass die Zahl der Opfer 800.000 übersteigt, von denen mehr als die Hälfte ihre Kreditkartennummern preisgab.

Auch in der Schweiz wurden auf diesen betrügerischen Seiten rund 14.000 Bestellungen aufgegeben. Sie sehen genauso aus wie die Beamten. Nur dass sich dahinter oft kein richtiger Laden befindet. Denn wie der „Guardian“ anmerkt, erhielten einige der Opfer zwar noch Ware, nicht aber die bestellte. Anstelle eines Blazers erhielt ein Deutscher beispielsweise eine billige Sonnenbrille. Darüber hinaus haben nicht alle Opfer Geld verloren. Entweder hat ihre Bank die Transaktionen blockiert oder der Fake-Shop hat die Beträge nicht eingezogen.

„Daten können wertvoller sein als Verkäufe“, sagte ein von der britischen Zeitung interviewter Experte. Es wurde festgestellt, dass Kreditkarten gehackt wurden, nachdem die Opfer einen Kaufversuch unternommen hatten. Der Trick ist so gut geölt, dass Websites oft verschwinden, um Platz für andere zu machen, die fast automatisch generiert werden.

Dies macht die Nachverfolgung kompliziert. Nur wenige Opfer erstatten Anzeige, da die Beträge oft niedrig sind. Laut „Le Monde“ führt nur die italienische Polizei Ermittlungen durch. Durchgesickerte Dokumente zeigen, dass „kleine Hände“ die Täter der Machenschaften sind. Oft handelt es sich dabei um Mitarbeiter von gesetzlich registrierten chinesischen Webentwicklungsunternehmen. China versucht, seinen Ton gegenüber cyberkriminellen Netzwerken zu verschärfen. Werden sie erwischt, drohen den Verantwortlichen hohe Strafen.

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