Kino / Schweiz in Cannes in Kraft

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Die Schweiz trifft mit voller Kraft an der Croisette ein

Gepostet heute um 15:58 Uhr.

Nach ein paar Sekunden erscheint eine Karte der Innenstadt von Lausanne von oben. Dabei handelt es sich um die Tragikomödie „Der Prozess mit dem Hund“, die erste vollständig in der Schweiz gedrehte Produktion der französisch-schweizerischen Laetitia Dosch. Der von Bande à part produzierte Film wird das Schicksal besiegeln Kosmos, wegen Biss mehrerer Menschen zum Tode verurteilt. Es wird in Cannes in der Sektion „Un bestimmte Rücksicht“ präsentiert, genau wie „The Shameless“ (Akka-Filme) von Konstantin Bojanov, der von einer verbotenen Romanze zwischen zwei indischen Frauen auf der Flucht erzählt.

Weitere lokale Produktionen, die nicht unbemerkt bleiben: Der Kurzfilm „Las novias del sur“ von Elena Lopez Riera („El agua“) wird bei der Kritikerwoche gezeigt. Die Regisseurin – weder verheiratet noch Mutter – befragt Frauen mittleren Alters zu ihrer Ehe, ihrem ersten Mal und ihrer intimen Beziehung zur Sexualität. Schliesslich wird der neue Animationsfilm des Wallisers Claude Barras (der 2016 mit „Ma vie de Courgette“ an der Croisette für Aufsehen sorgte) „Sauvages“ ausser Konkurrenz gezeigt. Dieses Stop-Motion-Werk erzählt die Geschichte eines Teenager-Mädchens, das sich auf den Kampf gegen die Zerstörung eines bedrohten Waldes auf der Insel Borneo einlässt. Neben diesen vier französischsprachigen Produktionen ist auch die Anwesenheit der Genfer Schauspielerin Souheila Yacoub zu erwähnen, die in Noémie Merlants Film „Les femmes au balcon“ mitspielt und unter die „10 to Watch“ gewählt wurde, ein Unifrance-Programm, das zehn neue Talente hervorhebt Folgen.

Über die Grenzen hinaus wahrgenommen werden

Zusätzlich zu dieser wichtigen Ausstellung wurde die Schweiz zum Ehrenland des Film Market gewählt: eine einzigartige Chance für das lokale Kino, sich in einem internationalen Schaufenster zu präsentieren, das Netzwerk zu stärken und neue internationale Projekte zu entwickeln. „Heute leben wir in einer Welt, in der wir ständig von Filmen umgeben sind, sei es auf unserem Handy oder auf der großen Leinwand“, sagt Nicola Ruffo, Regisseurin von Swiss Films. Um mit der Zeit zu gehen, legt der Markt auch Wert auf Innovation. Wir sind stolz, als erstes Land eingeladen zu sein, auch Schweizer Start-ups vorzustellen, die an der Zukunft des Films arbeiten.“ Dank der Einführung von Lex-Netflix investieren Streaming-Plattformen laut Nicola Ruffo immer mehr in Schweizer Geschichten: „Es ist daher eine aufregende Zeit für die junge Generation, die geboren wird!“ Wir wollen ihnen Werkzeuge an die Hand geben, damit ihre Filme über die Grenzen hinaus besser wahrgenommen werden.“

Dies wird bei „Goes to Cannes“ der Fall sein, einem Programm, das fünf in Arbeit befindliche Schweizer Belletristikwerke hervorhebt, mit dem Ziel, sie mit Handelsagenten, Verleihern oder Festivalprogrammierern in Kontakt zu bringen. Mit im Programm sind vor allem der Walliser Regisseur Nicolas Steiner („Do you Believe in Angels, Mr Drowak“) und die Genfer Produktionsfirma Akka Films („Laundry“). Gleichzeitig wurden vier Bücher für Shoot the Book ausgewählt, eine Initiative zur Verfilmung literarischer Werke. Vernetzung von Filmemachern, Produzenten, Komponisten, künstlerischen Leitern, Partnern … Insgesamt werden in Cannes rund 400 Fachleute aus der Schweizer Filmbranche erwartet.

Drehland

In den letzten Jahren waren mehrere Schweizer Produktionen an Festivals der Kategorie A erfolgreich, insbesondere dank Koproduktionen: „Die Schweiz verfügt über begrenzte Produktionsmittel, rund 100 Millionen pro Jahr.“ Ohne internationale Förderung seien Produktionen in einem bestimmten Umfang einfach nicht realisierbar, erklärt Nicola Ruffo. So sind es vor allem Koproduktionen, die internationale Erfolge erzielen und prämiert werden.

Zu beachten ist auch, dass verschiedene regionale Schweizer Filmkommissionen bestrebt sind, ihre Regionen als attraktive Drehorte zu vermarkten. Neben „Der Prozess mit dem Hund“, gedreht in Lausanne und Vevey, standen in den letzten Jahren auch Schweizer Landschaften im Fokus. Dies in Filmen wie „Die Liebe zur Welt“ von Jenna Hasse (die Ufer des Genfersees), „Bisons“ von Pierre Monnard (der Waadtländer Jura), „The Line“ von Ursula Meier (le Bouveret), „Lightning » von Carmen Jaquier (das Binn-Tal) oder „Leave me“ von Maxime Rappaz (der Staudamm Grande-Dixence). „Das Ziel bleibt, sich bekannt zu machen und noch mehr europäische und internationale Filmfilme anzuziehen“, sagt Laude-Camille Chanton, Kommunikationsmanagerin der Valais Film Commission. Wir haben die Möglichkeit, den Kanton als Drehort bekannt zu machen und seine Stärken zu zeigen, nicht nur wegen seiner Lage, sondern auch wegen seiner Aufnahme- und Unterstützungsfähigkeit. Ein Thema, das auch während des Filmmarktes diskutiert wird.

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