Schweizer Pro-Israel-Aktivisten riefen dazu auf, die Medien zu überwachen

Schweizer Pro-Israel-Aktivisten riefen dazu auf, die Medien zu überwachen
Schweizer Pro-Israel-Aktivisten riefen dazu auf, die Medien zu überwachen
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“Wir brauchen deine Hilfe!” Dies ist Gegenstand einer E-Mail, die am 1. Mai an rund 2000 Mitglieder des Vereins Schweiz-Israel verschickt wurde. In dem Text erklärt der Generalsekretär des Vereins und ehemalige Zürcher Volksvertreter Walter L. Blum, dass es in der Schweiz „mehr Institutionen gibt, als wir dachten, die sich mit „Palästina“ solidarisieren, obwohl der Konflikt im Nahen Osten dies oft getan hat nichts mit ihrem Zweck und ihren Aufgaben zu tun.“ Und er fügt hinzu, dass „sogenannte Solidarität oft eine antisemitische Konnotation hat.“

Der ehemalige Präsident der Zürcher PLR sucht deshalb Freiwillige, die er bezahlen will, um einen oder mehrere Akteure aus dem „Gegnerlager“ zu überwachen. Und der E-Mail lag sogar eine Liste von ihnen bei, darunter Medienunternehmen wie SSR, Tamedia oder CH Media, alle Universitäten, mehr als ein Dutzend Hilfsorganisationen und Hilfsorganisationen zur Verteidigung der Menschenrechte, das IKRK, das DFAE, die UNO und der Verein Schweiz-Palästina.

Vom „Tages-Anzeiger“ kontaktiert, rührt sich Walter Blum, der den Versand der E-Mail bestätigt, nicht. „Dass es in der Schweiz eine Welle der Sympathie für die palästinensische Sache gibt, hat uns überrascht. Aber der Gaza-Krieg ist ein israelischer Krieg gegen die Hamas und kein Krieg gegen Palästina“, betont er. Ihm zufolge ist es „die Verwaltung von Informationen durch die gegnerische Partei, die Israel zum Feind gemacht hat“.

Der ebenfalls auf der Liste stehende Staatsrat Carlo Sommaruga (PS), Mitglied der Parlamentariergruppe Schweiz-Palästina, sagt, er sei „überrascht und sehr irritiert“ über das Vorgehen. Der Genfer zieht auch eine Parallele zu einer dunklen Geschichte der Informationsbeschaffung, die 1970 die Schweiz erschütterte, und spricht in den Kolumnen deutschsprachiger Medien von „Methoden autoritärer Staaten, zu denen Israel heute gehört“.

Abschließend verkündet Walter Blum, dass er bereits viele positive Rückmeldungen erhalten habe. Dagegen wollten die Präsidentin des Vereins Schweiz-Israel Corina Eichenberger (ehemalige PLR-Nationalberaterin) und die Ehrenpräsidentin Vreni Müller-Hemmi (ehemalige PS-Nationalberaterin) die Fragen des „Tages-Anzeigers“ nicht beantworten.

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