Schweiz: Mit einer App können Sie „schwarze Flecken“ von Fußgängern anprangern

Schweiz: Mit einer App können Sie „schwarze Flecken“ von Fußgängern anprangern
Schweiz: Mit einer App können Sie „schwarze Flecken“ von Fußgängern anprangern
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Im Dschungel der Städte ist der Fußgänger ein zerbrechlicher König. Er ist der schwächste Verkehrsteilnehmer, auch wenn er oft Vorrang hat. Manchmal wird es in der Stadtentwicklung weitgehend vergessen, während offizielle Reden weiterhin sanfte Mobilität fördern. Diesem doppelten Paradoxon wird durch die neue begehbare Plattform entgegengewirkt. So wie es der TCS seit Jahren mit seinem Ranking der schlimmsten Fussgängerüberwege des Landes macht, erlaubt er seit Mittwoch Fussgängern, die von Schweizer Fussgängern identifizierten schwarzen Flecken mit unterstützenden Fotos anzuprangern.

Zu schmaler Gehweg, erzwungene Umleitung, zu langes Rotlicht oder gefährlicher Fußgängerüberweg: Die Liste der Abweichungen kann lang sein. Von seinem Thron aus, oder besser gesagt mit seinen Fingerspitzen, meldet der Fußgängerkönig online alles, was ihm verrückt vorkommt. Die Community bestätigt mit Likes, oder auch nicht. Und die betroffenen lokalen Behörden können dann, sofern sie das Spiel mitmachen, die Situation analysieren und herausfinden, warum sie die Situation nicht korrigieren sollten.

„Die Bürger sind am besten in der Lage, ihren Gemeinden die Probleme zu melden, mit denen sie konfrontiert sind“, begrüsst Nationalrätin und Mitglied von Fussgängermobilität Schweiz Martine Docourt (PS/NE). Walkable wird die vielen Maßnahmen sichtbar machen, die ergriffen werden müssen, um das Gehen attraktiv und sicher zu machen.“ Der App-Entwickler Alexandros Coutsicos ergänzt: „Mit einer guten Beteiligung der Bevölkerung erhalten wir schnell eine realistische Bedarfsdarstellung.“

In der Romandie ist die Stadt Ecublens (VD) eine der ersten, die das System testet. „Um unsere nachhaltigen Mobilitätsziele zu erreichen, ist es unerlässlich, das Gehen zu Fuß in den kommenden Jahren zu fördern“, glaubt Stadtplaner Jean-Louis Radice. Bisher haben in der Schweiz bereits ein Dutzend weitere Städte den Schritt gewagt. Andere könnten folgen.

Walkable ist der Cousin der App „Bikeable“, die 2017 eingeführt wurde und deren Prinzip genau das gleiche ist, nur für das Radfahren. Letzteres hat auf nationaler Ebene rund 4.600 Nutzer und fast 9.000 Meldungen. In Zürich beispielsweise seien 3000 Problempunkte gemeldet worden, erinnert sich „24 Heures“, 300 davon seien von der Stadt berücksichtigt worden.

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