Computerkriminalität: Schweizer Verzögerung | Genfer Tribüne

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Computerkriminalität: Schweizer Verzögerung

Paolo Bernasconi – Prof., Dr. iur. hc

Heute um 10:35 Uhr veröffentlicht.

Was fuer eine Ueberraschung! In der Schweiz übersteigt die Zahl der Computerkriminalität seit Kurzem die Zahl der Diebstähle. Inwieweit übersteigt der Gewinn von Computerkriminellen den durch Diebe verursachten Schaden? Ein Einbruch erfordert Aktivitäten im Verborgenen, normalerweise nachts, während Hackerangriffe abseits der Polizei zu Hause durchgeführt werden können. Wir fordern die Zahlung in Bitcoins, um Straflosigkeit zu gewährleisten.

Es ist ein Jahr her, seit der Transparency International Hub Alarm geschlagen hat: „Kryptowährungen sind zunehmend zu einem beliebten Instrument der organisierten Kriminalität geworden.“ Die gleiche Entwicklung war bereits in einem Europol-Bericht vom Januar 2022 festgestellt worden.

Das Gleiche gilt laut einem Bericht der Bundespolizei (Fedpol) auch für die Schweiz. Bitteres Fazit: Aufgrund des Missbrauchs von Kryptowährungen steht die Bekämpfung der Geldwäsche wieder auf dem ersten Platz. Zunehmend überwältigende „Überraschungen“: Der größte Kongress der Welt, Octopus, im Dezember 2023 in Bukarest, erlitt Tausende von Angriffen pro Sekunde; ein Genfer Unternehmen startete im Auftrag des Geheimdienstes der Vereinigten Arabischen Emirate aggressive Online-Kampagnen; die Hackergruppe APT 28 des russischen Geheimdienstes ist für Spionage und eine Einflusskampagne gegen politische Parteien in Deutschland und den USA verantwortlich; Das weltweit größte Informations-Spam-Netzwerk, das in China gegründet wurde, überschwemmt weiterhin westliche Länder.

Reaktionen? Die NIS2-Richtlinie („Netzwerk- und Informationssicherheit“) wird von jedem EU-Mitgliedstaat bis spätestens Oktober 2024 in nationales Recht umgesetzt; Es stärkt das Risikomanagement in einer sich ständig verändernden digitalen Landschaft. Wir bewegen uns von einem reaktiven Ansatz zu einer proaktiven Strategie, indem wir eine umfassende Zusammenarbeit eingehen, um die Widerstandsfähigkeit kritischer Infrastrukturen sicherzustellen. Von diesem System sind fast 600 verschiedene Unternehmensformen betroffen, vom Mittelstand über börsennotierte Unternehmen bis hin zu digitalen Anbietern.

NIS2 führt die rechtliche Verantwortung der Unternehmensführung und Sanktionen, die Pflicht zur Meldung und Bewältigung von Vorfällen sowie die Pflicht zum Management von Cybersicherheitsrisiken ein. Schweizer Unternehmen mit Niederlassungen oder teilnehmenden Unternehmen in EU-Mitgliedstaaten müssen sich daran halten.

Auf der Repressionsseite hat der Europarat die Anwendung des Budapester Übereinkommens über Cyberkriminalität (ETS Nr. 185) durch ein zweites Zusatzprotokoll verbessert, das am 12. Mai 2022 zur Unterzeichnung aufliegt. Jedes Land wird in der Lage sein, die Identität von zu erhalten die Person, die einen Domainnamen im Ausland registriert hat. Gemäß diesem Protokoll kann die gesamte internationale justizielle Zusammenarbeit in elektronischer Form erfolgen, auch unter Verwendung eines Systems zur beschleunigten Offenlegung gespeicherter Computerdaten dank der Einrichtung einer rund um die Uhr verfügbaren Netzwerkkontaktstelle ohne formelle Anfrage.

Dieses Protokoll sieht auch eine Zusammenarbeit per Videokonferenz zwischen Behörden verschiedener Länder sowie gemeinsame Ermittlungsteams und gemeinsame Ermittlungen vor. Die Schweiz hat dieses Protokoll trotz seiner Bedeutung noch nicht ratifiziert.

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