Zwischen Hilfe und Zwang, eine dunkle Seite der Schweizer Geschichte aktualisiert – rts.ch

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Zwischen Hilfe und Zwang, eine dunkle Seite der Schweizer Geschichte aktualisiert – rts.ch
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Das Nationale Forschungsprogramm „Hilfe und Zwang – Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft“ (PNR 76) präsentiert seine Schlussfolgerungen am Donnerstag, 16. Mai 2024, der Presse. Es wurde zwischen 2018 und 2023 durchgeführt und umfasst 29 Forschungsprojekte und 150 Wissenschaftler, PNR 76 von Der Schweizerische Nationalfonds (SNF) ermöglicht einen Rückblick auf die Geschichte hunderttausender Fälle offensichtlicher institutioneller Gewalt unter dem Vorwand der Hilfeleistung im 20. Jahrhundert.

„Behördliche Massnahmen gegen Erwachsene und Minderjährige – in der Öffentlichkeit als Zwangsmassnahmen im Rahmen der Beistandschaft und ausserfamiliären Unterbringung bekannt – wurden vor 1981 im Rahmen der Betreuungs- und Vormundschaftsdienste auf der Grundlage kantonaler Gepflogenheiten angeordnet das nahezu völlige Fehlen von Verfahrensrechten“, erklärt die Online-Präsentation des Nationalen Forschungsprogramms „Hilfe und Zwang – Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft“.

Dies ist der Kern der Forschung von PNR 76: Zwangsmaßnahmen der Sozialhilfebehörden gegen Einzelpersonen haben zu einer Verletzung ihrer Grundrechte geführt.

Ein Erbe, das aus dem Schweizer Sozialsystem nicht ganz verschwunden ist, so die Schlussfolgerungen des PNR. Auch heute noch ist das Recht auf Teilhabe und Selbstbestimmung von Menschen, die in prekären Verhältnissen leben oder unter einer Behinderung leiden, nicht immer gewährleistet.

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Vom Bund anerkannte Gewalt

Die Liste der verübten Gewalt ist lang: missbräuchliche Inhaftierungen (zum Beispiel könnten die Behörden die Internierung von Minderjährigen oder Erwachsenen in geschlossenen Einrichtungen für unbestimmte Zeit zum Zwecke der Umerziehung am Arbeitsplatz anordnen, ohne dass es zu einem Gerichtsverfahren oder einem Rechtsmittel kommt); außerfamiliäre Unterbringung (insbesondere Minderjährige aus armen Familien, Waisen oder uneheliche Zwangsunterkünfte in Heimen oder Familien, oft Bauern); physische, psychische, medizinische (z. B. erzwungene Drogentests) und sexuelle institutionelle Gewalt (z. B. wurden bis in die 1970er Jahre Zwangsabtreibungen und Sterilisationen aus sozialen oder eugenischen Gründen durchgeführt); Fälle ähnlicher Gewalt (Misshandlung, Missbrauch, Diskriminierung, Zwangsarbeit) innerhalb von „Gastfamilien“.

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Seit der Entschuldigung des Bundesrates im April 2013 ist das Leid, das den Opfern dieser Taten zugefügt wurde, zumindest für diejenigen, die sie vor 1981 erlitten haben, anerkannt. Zudem wurde vom Bund ein Entschädigungsfonds von 300 Millionen Franken eingerichtet.

Und mit einem Budget von 18 Millionen Franken war es der Bund, der den FNS im Februar 2017 mit der Aufgabe betraute, unser historisches Verständnis dieser Tragödie zu aktualisieren (siehe Kasten am Ende des Artikels).


Das Caregiver-Projekt: Unterstützung für Opfer von Zwangsmassnahmen in Bern

Der Kanton Bern zeichnet sich durch die hohe Zahl ehemaliger Kinder und Menschen aus, die Zwangsmassnahmen im Rahmen von Hilfsleistungen erlitten haben.

Das Caregiver Project bietet eine Online-Plattform, auf der Opfer von Nötigung Hilfe von Menschen mit ähnlichen Erfahrungen erhalten können, um Opfern dabei zu helfen, die emotionalen und praktischen Herausforderungen des Alters zu bewältigen.

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Zeitliche Diskriminierung: der Fall von Zwangsinternierungen nach 1981

Samanta, eine Tessinerin, spricht am Mikrofon von RSI (Radiotelevisione svizzera di lingua Italiana) über ihre Geschichte, über das Leid und die Misshandlungen, die sie während der Zwangsunterbringung in den 90er Jahren erlitten hat. Sie kämpft für die Anerkennung dessen, was sie erlitten hat.

Tatsächlich schließt die Schweizer Gesetzgebung Opfer nach 1981 von jeglicher Entschädigung aus, da Zwangsunterbringungen in der Schweiz laut Gesetz in diesem Jahr „offiziell“ endeten.

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„Les Oubliés du Bonheur“: die Ausstellung über die zerbrochenen Schicksale von Kindern in Obhut

Zwischen 2020 und 2021 wirft die Ausstellung „Les Obliés du Bonheur“ im Rhetischen Museum in Chur ein grelles Licht auf dieses dunkle Kapitel der Schweizer Geschichte. Die Nachrichtensendung von RTR (Radiotelevisiun Svizra Rumantscha) nutzte die Gelegenheit, in die einzigartige Ausstellung einzutauchen.

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Zeugnisse von Pflegekindern

Vor 1981 wurden in der Schweiz rund 100.000 Kinder aus Armut zwangsweise in Familien oder Heimen untergebracht. In den letzten Jahren haben immer mehr Opfer die Mauer der Schande überschritten, um eine Entschädigung zu fordern. Im Jahr 2014 hat SWI swissinfo.ch vier sehr beredte Zeugnisse der Tragödie der Zwangsunterbringung gesammelt, die auf der Website zu finden sind swissinfo.ch.

Julien Furrer

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