Warnung vor Mangel an günstigem Wohnraum für Einheimische

Warnung vor Mangel an günstigem Wohnraum für Einheimische
Warnung vor Mangel an günstigem Wohnraum für Einheimische
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Im Engadin finden viele Bewohner keine bezahlbaren Wohnungen mehr, stellt die „NZZ am Sonntag“ fest. Ferienhäuser und Zweitwohnungen waren während der Pandemie stark gefragt, was die Mietpreise in die Höhe trieb. Ein Studio für 2.400 Franken pro Monat oder eine Dreieinhalb-Zimmer-Wohnung für 4.950 Franken pro Monat, das sind die Angebote, die derzeit auf den Immobilienplattformen für Saint-Moritz (GR) angeboten werden.

Der Wohnungsmangel für Einheimische hängt auch mit dem Zweitwohnungsgesetz zusammen. Wenn die Lex Weber die Zahl der Zweitwohnungen in jeder Gemeinde auf 20 % begrenzt, verbietet sie nicht die Umwandlung bestehender Wohnungen in Zweitwohnungen. Und dieses Phänomen ist im Engadin, wie auch in anderen sehr touristischen Bergregionen, weit verbreitet.

Eigentümer verkaufen oder vermieten ihre Immobilien lieber als Zweitwohnsitz, statt sie den Bewohnern zu überlassen. Es ist lukrativer. Allerdings beginnen die Kommunen zu reagieren. St. Moritz will in den Bau von Sozialwohnungen investieren. „Rund 150 preiswerte Wohnungen, die explizit für Einheimische gedacht sind, könnten in den kommenden Jahren entstehen“, versichert Bürgermeister Christian Jott Jenny.

St. Moritz ist nicht die einzige Gemeinde im Engadin, die den Wohnungsbau für Bewohner fördert. Laut einer Berechnung der „Engadiner Post“ wurden im vergangenen Jahr 140 neue Wohnungen gebaut oder genehmigt. Innerhalb von ein bis drei Jahren könnten 400 zusätzliche Wohneinheiten hinzukommen, mittel- und langfristig sogar 660. Ein echter kleiner Boom bei bezahlbarem Wohnraum.

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