Die Schweizer Einbürgerung wird zum Vorrecht der Akademiker

Die Schweizer Einbürgerung wird zum Vorrecht der Akademiker
Die Schweizer Einbürgerung wird zum Vorrecht der Akademiker
-

Für Ausländer, die einen Reisepass mit einem weißen Kreuz wünschen, ist es besser, Diplome zu haben. Dieser Paradigmenwechsel ist die direkte Folge des Inkrafttretens des neuen Staatsangehörigkeitsgesetzes im Jahr 2018. „Während nach altem Recht der Anteil der hochqualifizierten Ausländer ein Drittel der Eingebürgerten ausmachte, verfügen mittlerweile fast zwei Drittel über einen Hochschulabschluss. Andererseits sank der Anteil derjenigen, die ihre Ausbildung nicht über die Pflichtschule hinaus fortsetzten, von 23,8 % auf 8,5 %“, beschreibt Pascale Steiner von der Eidgenössischen Migrationskommission (CFM).

Diese Daten stammen aus einer Studie von Forschern der Universitäten Genf, Neuenburg und Basel, die an diesem Donnerstag veröffentlicht wurde. Laut dieser Umfrage sind die Gründe für diese neue Selektivität vielfältig. Unter anderem stellt das CFM fest: „Für Menschen mit geringer Qualifikation und geringerem Vermögen ist es schwieriger, die notwendigen schriftlichen und mündlichen Sprachkenntnisse zu erwerben.“ Zudem ist für sie das Risiko höher, Sozialhilfe in Anspruch nehmen zu müssen.“

Als weiteres Problem wurde festgestellt, dass den Kommunen zu viel Handlungsspielraum eingeräumt wird. Beispielsweise haben fünf Kantone (alle deutschsprachig) höhere Sprachniveaus festgelegt als vom Bundesgesetz vorgeschrieben (B1 für mündlich und A2 für schriftlich). Es obliegt den Kommunen, zu beurteilen, ob die Kandidaten ausreichend integriert sind. „Das kann dazu führen, dass hochqualifizierte und wohlhabende Menschen bevorzugt werden“, beklagen die Forscher.

Angesichts der Ergebnisse der Studie fordert das CFM nun die Eröffnung einer breiten Debatte darüber, was seiner Meinung nach eine Abweichung ist. Darüber hinaus würde die vorgeschlagene Lösung darin bestehen, das Einbürgerungsverfahren auf drei Ebenen (Gemeinde, Kanton und Bund) abzuschaffen und nur die letzte beizubehalten, um das System einfacher, einheitlicher und transparenter zu machen. Darüber hinaus empfiehlt das CFM, ein Recht auf Einbürgerung für in der Schweiz geborene und aufgewachsene Personen einzuführen.

Nationalrat Christian Wasserfallen (PLR/BE) sieht diese Entwicklung grundsätzlich positiv. „Voraussetzung für eine Einbürgerung muss immer eine gute Integration in die Gesellschaft sein“, sagt er. Seine Kollegin Céline Widmer (PS/ZH) hingegen teilt diese Meinung nicht. „Die Einbürgerung einer Person sollte nicht vom Ausbildungsstand abhängen“, meint sie. Tatsächlich integrieren sich eingebürgerte Menschen besser und haben es leichter auf dem Arbeitsmarkt.“

-

PREV Fußball: Schweiz – Ungarn: das Spiel der großen Vergebung
NEXT OUSMANE SONKO ERHÄLT SADIO MANE: ZWISCHEN SPORTPROJEKTEN UND AGROINDUSTRIELLEN AMBITIONEN