Archäologie: Die Schweiz hat drei Kulturgüter an den Irak zurückgegeben

Archäologie: Die Schweiz hat drei Kulturgüter an den Irak zurückgegeben
Archäologie: Die Schweiz hat drei Kulturgüter an den Irak zurückgegeben
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Die Schweiz teilte am Freitag mit, sie habe drei mesopotamischen archäologischen Kulturgüter „von großer Bedeutung“, die im Rahmen eines Strafverfahrens in Genf beschlagnahmt worden waren, an den Irak zurückgegeben.

Anlässlich einer Zeremonie in Bern übergab Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider die drei Gegenstände – zwei Reliefs und eine Statue – an den stellvertretenden Premierminister und Aussenminister des Irak, Fouad Hussein, wie es in einer Medienmitteilung heißt. Diese drei mesopotamischen Objekte, die zwischen 1700 und 2800 Jahre alt sind, wurden 2023 im Rahmen eines Strafverfahrens im Kanton Genf beschlagnahmt.

In der Pressemitteilung erklärt das Bundesamt für Kultur, dass es sich um zwei große assyrische Reliefs aus dem 8. Jahrhundert v. Chr. handelt, die aus der wichtigen archäologischen Stätte Nimroud-Kalkhu stammen, und um ein Fragment einer königlichen Büste aus dem 2. und 3. Jahrhundert, also aus der Antike Stadt Hatra (alle liegen im heutigen Irak, in der Region Mossul). Die Objekte seien bei offiziellen Ausgrabungen in den Jahren 1846/47, 1959 und 1976 entdeckt und dokumentiert worden. „Sie haben den Irak anschließend illegal, zu einem unbekannten Zeitpunkt und unter unbekannten Umständen verlassen“, heißt es in der Erklärung.

Dies sei die fünfte Objektrückgabe der Schweiz an den Irak seit 2005, „und mit Abstand die wichtigste“. Beide Länder sind Vertragsparteien des UNESCO-Übereinkommens von 1970 über Maßnahmen zum Verbot und zur Verhinderung der unerlaubten Einfuhr, Ausfuhr und Eigentumsübertragung von Kulturgut.

Nach Angaben der Schweizer Behörden gehört das mesopotamische Erbe zu den am stärksten bedrohten Kategorien irakischen Kulturguts. Bisher hat die UNESCO drei irakische Stätten auf die Liste des gefährdeten Welterbes gesetzt, darunter die Stätte Hatra. Die Objekte wurden an diesem Freitag an den Irak übergeben, sind jedoch Gegenstand einer außergewöhnlichen Ausstellung, die bis zum 7. Juni für die Öffentlichkeit zugänglich ist.

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