Die Schweiz steht zum dritten Mal in ihrer Geschichte im Weltfinale

Die Schweiz steht zum dritten Mal in ihrer Geschichte im Weltfinale
Die Schweiz steht zum dritten Mal in ihrer Geschichte im Weltfinale
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Leonardo Genoni verärgerte die kanadischen Angreifer (hier Brandon Tanev).

AFP

Die Schweizer haben es geschafft! Hier stehen sie im WM-Finale, zum dritten Mal in ihrer Geschichte (2013, 2018, 2024) und zum zweiten Mal in der Fischer-Ära. Die Schweiz besiegte Kanada am Samstag im Halbfinale mit 3:2 nach Elfmeterschießen und trifft am Sonntag um 20:20 Uhr auf Gastgeber Tschechien.

Kevin Fiala und Sven Andrighetto schossen die Schweizer Elfmeter, während Torhüter Leonardo Genoni in dieser Übung glänzte. Die Tschechen besiegten Schweden in der anderen Hälfte nach einer atemberaubenden Leistung vor ihren begeisterten Fans (7:3).

Gegen Kanada nutzte das Schweizer Team sein Powerplay und seinen „Superblock“, der um NHL-Verstärkungen (Josi/Fiala/Hischier/Niederreiter) strukturiert war, um die Führung zu übernehmen. Die Schweizer schlugen zweimal im Fünf-gegen-Vier-System, in einer Übung, in der sie bei diesem Weltturnier bisher nicht immer geglänzt hatten.

Entschlossener Genoni

Licht blitzte aus Kevin Fialas Stock. Der wundersame Direktschuss des Spielers der Los Angeles Kings – sein siebtes Tor in diesem Wettbewerb – landete in der oberen Ecke des kanadischen Tores (16., 1:0).

Vor diesem ersten Schweizer Tor war Torhüter Leonardo Genoni zweimal entscheidend: das erste Mal gegen Brandon Hagel (14.), das zweite Mal, als Brandon Tanev wenige Augenblicke später alleine gegen ihn auftrat (15.). Ohne diese beiden entscheidenden Paraden des Schweizer Torhüters wäre der Rest für die Mannschaft von Patrick Fischer vielleicht ganz anders verlaufen.

Einhundertdreißig Sekunden nach Fialas Kanonenschuss verdoppelte die Schweiz ihren Vorsprung, in identischer Situation mit zahlenmäßiger Überlegenheit. Diesmal lenkte Nino Niederreiter einen wuchtigen Schuss von Roman Josi (18., 2:0) ins Netz. Die Schweiz hatte es knapp nicht geschafft, das Finale zu erreichen, nachdem sie die Kanadier im ersten Drittel unverschämt dominiert hatte (17 zu 8 Schüsse).

Kanadische Rückkehr

Kanada erwachte zu neuem Leben, als Tanev schließlich glücklicherweise den Fehler fand, nachdem der Puck von einem Schweizer Schlittschuh ins Netz gelenkt wurde (25., 2:1). Dies war das erste Gegentor, das Fischers Auswahl bei gleicher Stärke (5 gegen 5) seit dem zweiten Spiel des Turniers am 12. Mai gegen Österreich kassierte.

Die Schweizer hielten sehr lange durch, vor allem dank der Ruhe von Torwart Leonardo Genoni. Doch Kanada schaffte 127 Sekunden vor Schluss den Ausgleich (58., 2:2), dank Kapitän John Tavares, der einen Powerplay-Strafstoß gegen Andres Ambühl verwertete (Puck außerhalb des Spielfelds).

Eine weitere Strafe, dieses Mal wegen Überzählung, brachte die Schweiz 38 Sekunden vor Schluss in eine heikle Lage und zwang sie, die zehnminütige Verlängerung mit 3 gegen 4 zu beginnen. Allerdings folgenlos. Im Gegenzug profitierten die Schweizer von einem zahlenmäßigen Vorteil in der Verlängerung, nachdem die Kanadier dieses Mal einen Überschuss hatten. Doch es gelang ihnen auch nicht, daraus einen Vorteil zu ziehen (65.).

Unfähig, sich zu entscheiden, lieferten sich die Schweizer und die Kanadier bis zur Strafsitzung Schlag um Schlag. Die Schweiz hatte dank Fiala, Andrighetto und Torhüter Genoni das letzte Wort.

Am Sonntag spielen die Schweizer gegen die Tschechen um Weltgold. Wird für die Schweizer Eishockeyspieler nach der Niederlage in den beiden Finals der dritte Anlauf der richtige sein?

Schweiz – Kanada 3:2 (2:0, 0:1, 0:1)

Prag-Arena. 11.159 Zuschauer. Schiedsrichter. Holm (Sue), Hribik (Tch), Lundgren (Sue) und Spur (Tch).

Tore: 16. Fiala (Loeffel, Andrighetto/ 5 c 4) 1-0, 18. Niederreiter (Josi, Fiala/ 5 c 4) 2-0, 25. Tanev (Zellweger, Dubois) 2-1, 58. Tavares (Bedard, Power/ 5 c 4) 2-2.

Torschüsse: Bedard 0-1, Senteler -, Dubois -, Fiala 1-1, Cozens -, Loeffel -, Power -, Andrighetto 2-1, Cozens -.

Schweiz: Genoni; Glauser, Josi; Kukan, Siegenthaler; Löffel, Marti; Foren, Kukan; Fiala, Hischier, Niederreiter; Andrighetto, Thürkauf, Bertschy; Simion, Senteler, Herzog; Ambühl, Haas, Scherwey. Trainer: Fischer.

Kanada: Binnington; Macht, Parayko; Byram, Oleksiak; Guhle, Severson; Zellweger; Tanev, McBain, Mercer; McCann, Paul, Günther; Hagel, Tavares, Dubois; Bunting, Cozens, Mangiapane; Bedard. Trainer: Tourigny.

Strafen: 5 x 2′ gegen die Schweiz, 5 x 2′ gegen Kanada.

Anmerkungen: Schweiz ohne Berra, Jäger oder Kurashev (Überzählige). Von der Schweiz geforderte Auszeit (58.).

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