Ein junger Migrant ohne Papiere rettet in Paris eine Frau vor dem Ertrinken

Ein junger Migrant ohne Papiere rettet in Paris eine Frau vor dem Ertrinken
Ein junger Migrant ohne Papiere rettet in Paris eine Frau vor dem Ertrinken
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Michèle, 56, ist Pilates-Lehrerin in Paris. Anfang letzter Woche machte sie mit ihrer Freundin Nathalie einen Spaziergang entlang des La Villette-Beckens im 19. Arrondissement der Hauptstadt. Das Wetter ist schön, die beiden Freunde sitzen auf der Terrasse. Mit ihnen Mustang, der Hund von Michèles Tochter.

Aus Angst vor dem Bellen eines anderen Hundes weicht Mustang, der nicht an der Leine ist, zurück und fällt ins Wasser. Sie kann schwimmen, beginnt aber sehr schnell zu treiben, getragen von einer starken Strömung.

Wie uns unsere Kollegen aus Le Parisien erzählen, sprang Michèle, die zehn Jahre lang Wettkampfschwimmen gemacht hat, ins Wasser, um den Hund zu bergen: „Ich hatte absolut nicht erwartet, dass ich diese Kraft haben würde, die mich wie ein riesiger Staubsauger nach unten zog.“ Das hat mich unter die Fliese gezogen. Ich hatte das Gefühl, ich würde sterben“, sagt sie.

Ansaugung durch ein Pumpsystem

Am Ende des Beckens filtert eine Fabrik das Wasser, das dann von der Stadt Paris zur Reinigung der Straßen und zur Bewässerung der Plantagen verwendet wird. Eine Platte bedeckt diese Fabrik und macht sie für Spaziergänger unsichtbar.

Auf dem Spaziergang stellt Nathalie mit Entsetzen fest, dass ihre Freundin, nachdem der Hund von der Strömung mitgerissen wurde, ertrinkt. Der Kellner in einer Bar versucht, ihr eine Boje zuzuwerfen, aber sie kann sie nicht fangen. Michèle und ihre Freundin rufen um Hilfe. Die verzweifelten Schreie alarmierten einen jungen Obdachlosen, der sich auf dem nahegelegenen Rasen ausruhte.

Nouari taucht ohne nachzudenken. Obwohl er wiederum von der Strömung überrascht wird, gelingt es ihm, die Boje näher zu bringen, sodass Michèle sich daran festklammert. An Land ziehen der Kellner und mehrere Zeugen gemeinsam die Boje Richtung Ufer.

Michèle und Nouari haben es körperlich ohne größere Nachwirkungen überstanden. Aber der Mustang-Hund überlebte nicht.

Wer wird seinem Retter helfen?

Nach der Tragödie sahen sich Michèle und ihr junger Retter wieder. Mit 18 Jahren floh der junge Mann nach der Trennung seiner Eltern aus Algerien. Ohne Papiere und ohne Wohnung hofft er, von der Straße wegzukommen und Arbeit zu finden. Der Fünfzigjährige, der ihm sein Leben verdankt, hat einen Unterstützungsaufruf gestartet. Sie fordert auch die Sicherheit des Geländes.

Derzeit warnen zwei kleine Schilder vor Gefahren beim Baden an diesem Ort. Michèle hält dies für völlig unzureichend und befürchtet weitere Unfälle. Sie behält sich außerdem das Recht vor, eine Beschwerde einzureichen.

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