Auch in Schweizer Schwimmbädern sind Chlornebenprodukte vorhanden

Auch in Schweizer Schwimmbädern sind Chlornebenprodukte vorhanden
Auch in Schweizer Schwimmbädern sind Chlornebenprodukte vorhanden
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Solange sich die Besucher nicht an die Regeln halten, wird das „chemische“ Problem öffentlicher Schwimmbäder nicht verschwinden. Tatsächlich wurden rund 275 Proben aus 95 Schwimmbädern in der Schweiz und Liechtenstein auf Nebenprodukte untersucht, die bei der Wasserdesinfektion anfallen. In 47 Prozent der untersuchten Betriebe habe der Verband der Kantonschemiker der Schweiz (ACCS) eine Überschreitung der vom Bund festgelegten Werte festgestellt, teilten die Behörden am Montag mit. Beachten Sie, dass die Studie auf Einrichtungen abzielte, die bereits Überschreitungen aufwiesen. Ziel war es, zu überprüfen, ob die eingeführten Maßnahmen eingehalten wurden, und ihre Wirksamkeit zu analysieren.

Es scheint, dass bei 84 % der Kontrollen Maßnahmen ergriffen wurden. „Allerdings reichte dies in 56 % der Betriebe nicht aus, der Höchstwert wurde erneut überschritten“, schätzt das ACCS. Allerdings räumen Kantonschemiker ein, dass es aufgrund der vielfältigen Entstehungswege von Chloraten sehr schwierig sei, wirksame und nachhaltige Massnahmen umzusetzen.

Philippe Pohier, Generalsekretär des Verbands der französischsprachigen und Tessiner Schwimmbäder (APRT), kommt zum gleichen Schluss: „Auch wenn wir die bestmöglichen technischen Mittel einsetzen, werden gewisse Auswüchse nicht zu vermeiden sein.“ Letztlich kommt es auf die Anwesenheit und das Verhalten der Badegäste an.“ Dies liegt daran, dass bei einer Reaktion zwischen dem Desinfektionsmittel und dem, was die Schwimmbadbesucher mit ins Wasser bringen, Chlornebenprodukte entstehen.

Der Spezialist nennt insbesondere Stickstoff, der in Urin und Schweiß enthalten ist. „Das typische Beispiel ist die Gruppe von Teenagern, die in der Sonne eine Partie Volleyball spielen und dann zur Abkühlung ins Wasser springen. Durch all das Schwitzen entstehen unerwünschte Substanzen“, fährt Philippe Pohier fort. Letzterer betont, dass es gerade deshalb in Schwimmbädern verboten sei, Oberbekleidung oder Unterwäsche zu tragen, und dass das Duschen Pflicht sei.

Chlornebenprodukte sind in geringen Dosen nicht sehr gesundheitsgefährdend. Bei Menschen, die durch eine Vorerkrankung geschwächt sind, oder bei Kleinkindern hingegen können sie Atembeschwerden oder HNO-Erkrankungen wie Ohrenentzündungen verursachen. Und Philippe Pohier stellt klar: „Die Werte, die in der Schweiz nicht überschritten werden dürfen, sind deutlich niedriger als in den Ländern um uns herum, insbesondere in Frankreich und Italien.“

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