Mietrecht: Darf man auf dem Balkon grillen?

Mietrecht: Darf man auf dem Balkon grillen?
Mietrecht: Darf man auf dem Balkon grillen?
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Darf man auf dem Balkon grillen?

Pierre Stastny – Rechtsanwalt, Asloca Genf

Heute um 13:04 Uhr veröffentlicht.

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Frage von Frédéric D. aus Genf: „Ich wohne in einem Mietshaus und möchte diesen Sommer auf meinem Balkon grillen. Habe ich das Recht dazu?“

Grills sind beliebt, können jedoch zu Unannehmlichkeiten für die Nachbarschaft und zu möglichen Schäden am Gebäude (Schwärzung der Wände) führen.

Das Gesetz berechtigt den Mieter zur normalen Nutzung seiner Unterkunft. Dies muss vom Vermieter gewährleistet werden. Der Mieter muss selbstverständlich darauf achten, die Wohnung oder das Gebäude nicht zu beschädigen und die Nachbarschaft nicht zu stören. Es ist alles eine Frage der Messung, was rechtmäßig ist.

Im Kanton Waadt erlaubt Artikel 13 der Mietordnung und Nutzungsbedingungen (RULV), eine in diesem Kanton grundsätzlich zwingende Regelung, das Grillen mit Ausnahmen (Belästigung der Nachbarn oder Beschädigung des Gebäudes).

Im Kanton Genf verbietet Artikel 46 Buchstabe n der geltenden Mietvorschriften und -praktiken, der nur gilt, wenn der Mietvertrag diese allgemeinen Bedingungen enthält, sie, sofern nicht genehmigt.

Das RULV-Regime ist besser inspiriert. Die Beantragung einer Genehmigung ist für den Mieter unnötig mühsam und für die Verwaltung mit einem hohen Verwaltungsaufwand verbunden.

Unseres Wissens nach wird die Genfer Vorschrift nur selten angewendet und das Grillen wird gut geduldet, ohne dass es systematisch zu Genehmigungsanfragen kommt.

Ein komplettes Grillverbot auf dem Balkon stünde im Widerspruch zu dem Zweck, für den die Sache gemietet wurde: Wohnen, was voraussetzt, dass man auf dem Balkon grillen kann, natürlich in angemessener Weise.

Angemessener ist ein Toleranzregime, umrahmt von einfachen Regeln, die auch in vielen Genfer Mietverträgen enthalten sind, zum Beispiel: keine Holzkohlegrills, sondern Geräte, die mit Gas oder Elektrogeräten betrieben werden, außer bei der Geschäftsleitung nachfragen.

Wenn unser Leser aus Genf kommt und vorsichtig sein möchte, kann er sich an seine Geschäftsleitung wenden, um ihm seine Wünsche mitzuteilen und eine Genehmigung zum Grillen in diesem Sommer zu beantragen.

Ansonsten wäre es grundsätzlich kein Problem, wenn er zufällig mit einem nicht-invasiven Gerät grillen würde.

Sollte die Geschäftsführung seinen Wunsch behindern, wäre die Anrufung der Schlichtungsbehörde dann aus Vorsicht geboten, um sein Recht feststellen zu lassen.

www.asloca.ch

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