„Das Verschwinden von Joseph Mengele“, eine schauspielerische Leistung für einen theatralischen und literarischen Schock

„Das Verschwinden von Joseph Mengele“, eine schauspielerische Leistung für einen theatralischen und literarischen Schock
„Das Verschwinden von Joseph Mengele“, eine schauspielerische Leistung für einen theatralischen und literarischen Schock
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Eine schauspielerische Leistung! Ein Schock ! Ein Theaterjuwel! Eine Lektion in Staatsbürgerschaft! Ein Dokument für die Geschichte! Allein auf einem kahlen, mit Fotos im Hintergrund geschmückten Bühnenbild verleiht Mikael Chirinian der Gesamtstruktur von Olivier Guez‘ Roman „Das Verschwinden des Josef Mengele“ (Prix Renaudot 2017) Substanz und ist unvergesslich.

Das Buch nimmt uns mit auf die Flucht des Auschwitz-Arzts, der den Spitznamen „Engel des Todes“ trug und 1949 nach Argentinien floh, nachdem er zwischen 1939 und 1945 fast 400.000 Männer und Frauen in die Gaskammern geschickt hatte. Vier Jahrzehnte lang wurde er von seiner Familie beschützt, Josef Mengele starb 1979 an einem Strand in Brasilien, ohne jemals die Gerechtigkeit von Männern oder Opfern erlebt zu haben.

Nachdem er den Roman selbst adaptiert hat, macht der Schauspieler diesen Text ohne Selbstgefälligkeit zu einem Thriller, aus dem zwei Gedanken hervorgehen: der von Malraux: „Ich suche nach der entscheidenden Region der Seele, in der sich das absolute Böse der Brüderlichkeit widersetzt, und der von Primo Levi: „Monster.“ existieren, aber ihre Zahl ist zu gering, um wirklich gefährlich zu sein; Die Gefährlicheren sind gewöhnliche Männer, Beamte, die bereit sind zu glauben und zu gehorchen, ohne Fragen zu stellen.“

Wir heben hier auch das Treffen eines Henkers mit seinem Sohn Rolf Mengele hervor, der unbedingt Antworten sowohl über seinen Vater als auch über sich selbst erhalten wollte. Mit absoluter Nüchternheit lässt die Regie von Benoit Giros den Schauspieler im ersten Teil sitzen und lässt ihn dann aufstehen, als ob es darum ginge, die letzten Stöße einer schrecklichen Reise zu begleiten. Wir gehen erschüttert und voller Bewunderung über die geleistete Arbeit zurück…

Jean-Rémi BARLAND

„Das Verschwinden von Josef Mengele“ im Chêne noir 8 bis rue Sainte Catherine bis 21. Juli um 18 Uhr. Veröffentlicht am 15. Juli. Vollpreis 22 € ermäßigt und Abonnement 15 €, Kind unter 12 Jahren: 8 €. Reservierungen unter 04 90 86 74 87

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