Lebensmittel: Nach Migros verzichtet auch Emmi auf den Nutri-Score

Lebensmittel: Nach Migros verzichtet auch Emmi auf den Nutri-Score
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Nach Migros verzichtet auch Emmi auf den Nutri-Score

Heute um 12:04 Uhr veröffentlicht.

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Die Nutri-Score-Lebensmittelkennzeichnung hat in der Schweiz Probleme. Nach Migros, die auf zusätzliche Kosten hinweist, ist nun Emmi an der Reihe, diese zusätzlichen Informationen an die Konsumenten fallen zu lassen.

Während das Luzerner Unternehmen dieses Gerät auf seinen Caffè Lattes anbringt, „haben andere Anbieter von Kaffee-Milchgetränken den Nutri-Score nicht auf ihren Verpackungen angegeben, sodass kein Vergleich möglich ist“, betonte ein Emmi-Sprecher im Anschluss an einen in der Tamedia veröffentlichten Artikel Zeitungen. Darüber hinaus sei auf europäischer Ebene keine Harmonisierung erfolgt und es gebe daher keinen Mehrwert für die Verbraucher, sagte sie.

Emmi wird es nicht mehr auf ihren neuen Produkten anzeigen. „Für bestehende Produkte behalten wir vorerst den Nutri-Score bei“, stellte sie klar.

Diese Kennzeichnung wird vom Hersteller „auf freiwilliger Basis angebracht, um Verbraucher anhand einer Farbskala von A bis E über die Zusammensetzung eines Produkts zu informieren“, so die Vorgaben des Bundesamtes für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen. Es soll Verbrauchern helfen, „Lebensmittel schnell zu vergleichen und fundierte Entscheidungen zu treffen“.

Für Migros zu teuer

Doch der Nutri-Score hat diese Woche bereits einen Anhänger verloren, den Vertriebsriesen Migros, der auf die hohen Kosten hinwies. „Drei Jahre nach seiner Einführung ist der Nutri-Score immer noch wenig bekannt und wirft oft viele Fragen auf. Andererseits erfordert die Integration bzw. Anpassung des Nutri-Scores einen hohen Verpackungsaufwand“, erklärt ein Migros-Sprecher, ohne nähere Angaben zu den genauen Kosten zu machen.

Der Vertreiber und Hersteller von Lebensmitteln hatte 2021 den Nutri-Score für alle Eigenmarken eingeführt. Emmi erwähnte ihrerseits nicht die Kosten, sondern lediglich einen „nach internen Überlegungen“ getroffenen Entscheid. Auch die politischen Debatten hätten kein Gewicht gehabt, heißt es in der Luzerner Gesellschaft.

Im vergangenen März hat der Nationalrat eine Motion des Ständerats übermittelt, mit der er den Bundesrat auffordert, die notwendigen gesetzlichen Grundlagen zu erlassen, um die Verarbeitung von Produkten oder deren Nachhaltigkeit besser zu berücksichtigen. Als Beispiel wurde genannt: Apfelsaft mit natürlichem Fruchtzucker wird laut Nutri-Score als orange und damit durchschnittlich eingestuft, während Coca-Cola Zero mit Süßungsmitteln hellgrün und damit gut ist.

Nestlé hält weiterhin daran fest

Der Veveyer Lebensmittelriese Nestlé, der dieses Gerät 2019 eingeführt hat, behält seinerseits das Fünf-Farben-Label bei. „Unser Ziel ist es, den Verbrauchern dabei zu helfen, sich für eine ausgewogene Ernährung zu entscheiden, indem wir den Nährwert unserer Produkte verbessern und eine klare Kennzeichnung auf unseren Verpackungen anbieten“, sagte ein Sprecher. Das Unternehmen sagt, es sei offen für die „Entwicklung“ der Kennzeichnung. Bei Tamedia versicherte Nestlé, man wolle, dass „der Nutri-Score noch präsenter in den Regalen erscheint“.

Laut dem Bericht des Bundesamtes für Lebensmittelsicherheit von Ende März bringt Nestlé dieses Label insbesondere auf seinen KitKat- und Nuts-Schokoriegeln, seinen Smarties-Bonbons, aber auch auf seinen Flaschenwässern Perrier, Vittel, San Pellegrino, Aqua Panna und Henniez an . Der französische Konkurrent Danone verwendet es für seine Milchprodukte Actimel, Danette und Gervais.

Auch die deutschen Ketten Aldi und Lidl verwenden diese Kennzeichnung. Der andere Schweizer Vertriebsriese Coop hingegen hat lediglich eine Testphase durchgeführt. Nach Angaben der Behörden ist der Nutri-Score nur auf seinen Délicorn-Fleischersatzprodukten angegeben.

Per 31. März haben sich 97 Produzenten und Händler dazu verpflichtet, diese Kennzeichnung in der Schweiz einzuführen, also 229 Marken und mehr als 9.800 Produkte.

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