Chillon und Pontaise: eine Frage des Wohlbefindens

Chillon und Pontaise: eine Frage des Wohlbefindens
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Chillon und Pontaise: eine Frage des Wohlbefindens

Gilbert Coutaz – Ehrendirektor des Waadtländer Kantonsarchivs

Heute um 06:26 Uhr veröffentlicht

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Was wäre, wenn das Schloss Chillon und das Pontaise-Stadion zum obligatorischen Wohlergehen der Waadtländer und der Bevölkerung von Lausanne gehören würden?

Während in den letzten zehn Jahren mehrere Arbeiten zum Thema Kulturerbe die Wechselwirkung zwischen Kulturerbe und individuellem und gemeinschaftlichem Wohlergehen hervorgehoben haben, gab es bis zum 21. März 2024 noch keine, die diesen Zusammenhang quantifizierte. Die Studie „Kulturerbekapital und Wohlbefinden: Untersuchung der Beziehung zwischen Kulturerbedichte und Lebenszufriedenheit“ liefert auf der Grundlage solider wirtschaftlicher Beweise Beweise dafür, dass Kulturerbe einen wesentlichen Beitrag zur Lebensqualität der Menschen leistet.

Die Auswirkungen würden in England 29 Milliarden Pfund pro Jahr betragen. „Wir alle schätzen die Rolle, die Grünflächen für das Wohlbefinden spielen. Diese bahnbrechende neue Forschung zeigt uns, dass das lokale Erbe in Städten und Dörfern in ganz England eine vergleichbare und wertvolle Rolle spielt, betont die Studie. Wohnen in der Nähe eines lokalen Kulturerbes […] verbessert die Lebenszufriedenheit eines Menschen um 515 Pfund pro Jahr.“*

Mit seinem Inkrafttreten am 27. Oktober 2005 hatte das Übereinkommen von Faro (Portugal) über den kulturellen Wert für die Gesellschaft bereits eine Neufassung des Paradigmas des Kulturerbes vorgenommen. Kulturerbestätten und -objekte sind in dem Maße wichtig, wie ein Bürgeransatz sie aktiv mit den Werten in Verbindung bringt, die sie für sie repräsentieren, und mit der Art und Weise, wie diese verstanden und an andere weitergegeben werden können. Die Aneignung der immateriellen Verbindung mit dem Kulturerbe über seine Materialität hinaus verbessert die „Lebensqualität“ und trägt zum Komfort und zur Zufriedenheit der Bevölkerung bei, indem Identität, kollektives Gedächtnis und kulturelle Traditionen erhalten bleiben.

Indem sie sich auf die sozialen, monetären und nichtmarktbezogenen Kosten des Kulturerbes konzentriert, argumentiert die britische Studie, dass das Kulturerbe lebendig ist. Es ist nicht mehr nur eine teilweise Reflexion und ein nostalgischer Bestandteil der Vergangenheit, sondern vielmehr ein wesentlicher Teil der Kontinuität zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Seine Erhaltung und Interpretation liegen auch und vor allem in der Verantwortung der Menschen, die im gleichen Umfeld leben.

Um Kulturdenkmäler als Orte des Lebens vor Angriffen zu schützen, müssen politische Entscheidungsträger und Fachleute nun das Kulturerbe nicht nur wegen seines historischen Wertes berücksichtigen, sondern auch wegen seiner Fähigkeit, das Wohlergehen der Bewohner zu verbessern. Nur eine ganzheitliche, auf Wohlbefinden basierende Vision kann die menschlichen Bedürfnisse widerspiegeln und die Verschlechterung der psychischen und sogar physischen Gesundheit des Einzelnen verhindern.

Trotz ihres Altersunterschieds teilen das Schloss Chillon und das Pontaise-Stadion die gleiche kulturelle Notwendigkeit.

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