Im Genfer Konservatorium eine belebende Ode an den Kaffee

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„At the Conservatoire“, eine barocke und belebende Ode an den Kaffee

Heute um 21:16 Uhr veröffentlicht.

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Wir könnten darüber nachdenken Musikfestival wie ein fragmentierter Kontinent, auf dem Republiken mit unterschiedlichen Stilen in Harmonie koexistieren. Das spüren wir zum Beispiel beim Durchqueren des Parc des Bastion und der Place Neuve, die in rascher Folge Genres vereinen. Das Gefühl verstärkt sich, wenn wir diesen Szenen den Rücken kehren und die Schwelle des Konservatoriums überschreiten. In einem versteckten Raum im ersten Stock, dem absoluten Juwel dieses Gebäudes, dessen Falten kürzlich entfernt wurden, haben sich vier junge Studenten verabredet.

Sie sind immer noch Studenten an der Hochschule für Musik Genf, aber ihre Identität ist bereits gut etabliert. Ihr Caffé Quartett konzentriert sich auf das barocke Repertoire und ist mit einer Querflöte (Coline Barbaray), einer Viola da Gamba (Manon Chapelle), einer Sopranstimme (Edith Sharpin) und einem Cembalo (Miguel Montes) ausgestattet.

Der Name, den sich diese Komplizen gaben, ist Programm für sich. Es kündigt die Farbe an und lädt Sie zu einer Zeit- und Geschmacksreise ein. Denn die ausgestellten Stücke feiern die Ankunft und den Triumph dieses bitteren und belebenden Getränks in einem Teil unseres alten Kontinents. Das führt die Kalender zurück ins 17. und 18. Jahrhundert. Nach einer instrumentalen Einführung, bei der François Couperin und sein „Neuntes Konzert“ aus „Les Goûts reunions ou Nouveaux Concerts“ auftraten, wurde es im Café gemütlich.

Das Caffe Quartet konzertiert im Saal Dinu Lipatti des Konservatoriums anlässlich der Fête de la Musique.

Anschließend reisten wir mit Marin Marais und seinem „Saillie du Café“ und begegneten dann dem gehaltvolleren „Cantate du Caffé“ von Nicolas Bernier (1664-1734), das die ganze technische Leichtigkeit und den Ausdrucksreichtum des Quartetts zeigte. Edith Sharpins Stimme, geschmeidig und kristallklar, hat in diesem anspruchsvollen Stück Wunder gewirkt. Und sie wiederholte sich mit dieser „Kantate BWV 211“ von Bach, „Schweigt stille, plauden nicht“. Die im Auszug gesungene Arie bekundet die bedingungslose Liebe zum schwarzen Getränk: „Ah, wie gut Kaffee schmeckt!“ schwärmt der Leipziger Kantor. „Angenehmer als tausend Küsse / Süßer als Muskatwein.“ Begeistert von so viel Schönheit verließen wir diese kleine Republik am Place Neuve.

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Rocco Zacheo trat 2013 der Redaktion der Tribune de Genève bei; Er beschäftigt sich mit klassischer Musik und Oper und widmet sich ad hoc literarischen Nachrichten und disparaten Kulturereignissen. Zuvor arbeitete er neun Jahre lang für die Zeitung Le Temps und arbeitete mit RTS La Première zusammen. Mehr Informationen

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