Satellitenbildgebung: Diese Start-ups revolutionieren die Messung von Kohlenstoffsenken

Satellitenbildgebung: Diese Start-ups revolutionieren die Messung von Kohlenstoffsenken
Satellitenbildgebung: Diese Start-ups revolutionieren die Messung von Kohlenstoffsenken
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Böden, wahre Hüter des Klimas, beherbergen rund 2.500 Gigatonnen Kohlenstoff. Das ist dreimal mehr als die Atmosphäre und viermal mehr als die Vegetation. Dieser vergrabene Schatz ist jedoch durch menschliche Aktivitäten bedroht und gibt jedes Jahr 2,5 Gigatonnen Kohlenstoff in die Luft ab. Vor allem diese wertvollen natürlichen Kohlenstoffsenken erodieren rapide und verlieren jedes Jahr 0,6 Gigatonnen. Ein Blutverlust, den es unbedingt einzudämmen gilt, wenn wir bis 2050 CO2-Neutralität erreichen wollen. Um diesem Verlust entgegenzuwirken und die globale Erwärmung wirksam zu bekämpfen, ist es dringend erforderlich, diesen unterirdischen Kohlenstoff genau zu messen. Hier kommen Satellitenbilder ins Spiel.

Vom Weltraum aus revolutioniert es unsere Fähigkeit, diese Kohlenstoffsenken zu überwachen. Mithilfe modernster Sensoren und künstlicher Intelligenz (KI) liefern diese Technologien eine detaillierte Echtzeitansicht der Böden und zeigen Kohlenstoffschwankungen mit beispielloser Präzision auf. Start-ups, die an der Spitze dieser Innovation stehen, definieren unseren Ansatz zum Naturschutz neu und wappnen uns besser für den Schutz dieser wichtigen Klimahauptstadt.

Wie kann man den Kohlenstoff im Boden vom Weltraum aus messen?

Wie funktioniert diese Technologie zur Messung dieses irdischen „braunen Goldes“? Die genaue Messung der in terrestrischen Böden vergrabenen Kohlenstoffvorräte stellt eine große Herausforderung dar. Das Prinzip der Satellitentechnik gepaart mit KI? Analysieren Sie das Reflexionsvermögen der Bodenoberfläche in verschiedenen Wellenlängen des elektromagnetischen Spektrums aus dem Weltraum.

Hyperspektrale Bildsatelliten, echte „Superaugen“, die die Erde scannen, sind in der Lage, subtile Spektralsignaturen zu erkennen, die für das bloße Auge unsichtbar sind. Dank Algorithmen der künstlichen Intelligenz, die auf riesigen Felddatenbanken trainiert wurden, ist es dann möglich, diese Signaturen zu interpretieren und daraus die Zusammensetzung des Bodens, seinen Gehalt an organischer Substanz und damit seine Kohlenstoffkonzentration abzuleiten.

Kombination von Satellitenbildern und Felddaten

Aber Satellitenbilder hören hier nicht auf. Durch die Kombination dieser Spektraldaten mit anderen Parametern wie der Topographie, der umgebenden Vegetation oder sogar lokalen landwirtschaftlichen Praktiken können Modelle des maschinellen Lernens auch Gebiete, die von Bodenerosion und Kohlenstoffverlust bedroht sind, genau kartieren.

Der große Vorteil? Eine globale Vision, die sich im Laufe der Zeit wiederholt und es ermöglicht, die Entwicklung terrestrischer Kohlenstoffsenken auf der Ebene eines Feldes, einer Region oder eines ganzen Landes zu überwachen. Ein entscheidender Vorteil, um Programme zur Bodenerhaltung und -regeneration im Kampf gegen die globale Erwärmung besser zu verwalten. Hier kommen visionäre Startups ins Spiel, Pioniere, die die Überwachung von Kohlenstoffsenken revolutionieren.

Carbon Mapper (Vereinigte Staaten)

Durch den Einsatz von Satelliten im Weltraum, die mit bildgebenden Spektrometern ausgestattet sind, kartiert Carbon Mapper – eine kalifornische gemeinnützige Organisation – Treibhausgase, einschließlich des im Boden gespeicherten Kohlenstoffs. Seine Technologie kann subtile Unterschiede im Kohlenstoffgehalt erkennen und so eine präzisere und effizientere Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen ermöglichen. Die resultierenden Satellitenbilder mit einer Auflösung von 30 Metern werden durch mehr als 25 weitere zusätzliche Kohlenstoff- und Umweltindikatoren ergänzt, um ausreichende Informationen zur Reduzierung der Emissionen in unseren Ökosystemen bereitzustellen.

Seqana (Deutschland)

Das Berliner Start-up hat Monitoring-, Reporting- und Verifizierungstools (MRV) entwickelt, um die Kohlenstoffbindung im Boden und den Übergang zu einer regenerativen und klimaschonenden Landwirtschaft zu fördern. Seqana möchte diese Technologien vor allem für Landwirte und Organisationen erschwinglich machen, die die Kohlenstoffbindung in Böden verbessern möchten. Ziel: Senkung der Kosten von 5 bis 10 US-Dollar pro Hektar auf nur 0,05 bis 1 US-Dollar pro Hektar.

Sylvera (Großbritannien)

Das britische Start-up nutzt Satellitendaten gekoppelt mit KI, um die Kohlenstoffvorräte in Wäldern, Böden und Feuchtgebieten auf globaler Ebene zu kartieren. Ziel von Sylvera ist es, CO2-Gutschriften, die durch Projekte zur Erhaltung natürlicher Senken generiert werden, genau zu zertifizieren. Es handelt sich um eine Art CO2-Bewertungsagentur.

Planet Labs (Vereinigte Staaten)

Mit einer Konstellation von mehr als 150 Kleinsatelliten liefert Planet Labs täglich Bilder der Erdoberfläche. Seine fortschrittlichen Analysewerkzeuge ermöglichen die Überwachung von Veränderungen in der Vegetationsbedeckung und der Bodenzusammensetzung, die wesentliche Elemente für die Schätzung des gespeicherten Kohlenstoffs sind. Dieses in Kalifornien ansässige Unternehmen stellt wichtige Daten für Forscher und politische Entscheidungsträger bereit, die es ihnen ermöglichen, die Dynamik von Kohlenstoffsenken besser zu verstehen und wirksamere Umweltpolitiken zu formulieren.

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