Ultimate Ears Everboom-Test: ein Lautsprecher mit intuitiven Bedienelementen und räumlichem Klang

Ultimate Ears Everboom-Test: ein Lautsprecher mit intuitiven Bedienelementen und räumlichem Klang
Ultimate Ears Everboom-Test: ein Lautsprecher mit intuitiven Bedienelementen und räumlichem Klang
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Konstruktion und Transportfähigkeit

Wie beim Boom 4 und Megaboom 4 lässt sich die gemeinsame Genetik zwischen diesem neuen Everboom und dem 2023 erschienenen Epicboom nicht verbergen. Ob Design, Herstellung oder Materialien, alles ist nahezu identisch. Dennoch finden wir hier und da ein paar Unterschiede und natürlich ein viel tragbareres Format: 110 x 205 x 85 mm für 960 g, verglichen mit 162 x 241 x 119 mm und 1979 g für den Epicboom. Der Jüngste weist daher ein schlankeres, weniger gedrungenes Profil auf. Der Umgang mit dem Lautsprecher wird in der Praxis deutlich angenehmer.

Ergonomisch ist der auffälligste Unterschied das auf der Rückseite angebrachte Aufhängesystem. Hier verzichtet der Everboom auf den kleinen flachen Magnetgurt und setzt auf einen sehr kurzen festen Gurt, der mit einem Karabiner (im Lieferumfang enthalten) kombiniert wird. Im Übrigen finden wir die gleichen Bedientasten auf der Oberseite, die gleichen großen Lautstärketasten auf der Vorderseite und den gleichen kleinen Ladeanschluss, der hinter einer wasserdichten Klappe versteckt ist.

Mit seinem Profil eines kleinen ellipsoiden Monolithen rüttelt der Everboom ein wenig an der alten Formel der Boom-Reihe, was uns nicht unbedingt missfallen muss. Ohne ein luxuriöses Design zu haben, zeigt der Lautsprecher eine Robustheit, die seiner Abenteurerorientierung eher würdig ist, mehr nicht. Das Chassis ist somit gut verarbeitet, wirkt aber nicht übermäßig dicht und vor allem nicht besonders geschützt. Die Marke weist eindeutig auf die Widerstandsfähigkeit gegen Stöße hin (Stürze aus bis zu 1 m Höhe) und unsere wenigen Tests haben gezeigt, dass der Everboom solchen Belastungen standhalten kann. Allerdings ist die Schale nicht mit einer dicken Gummi-/Silikonhaut oder Verstärkungen ausgekleidet, was es schwierig macht, volles Vertrauen zu haben.

Genau wie seine große Schwester zeichnet sich dieser Lautsprecher durch einen mit Stoff umgebenen Hauptteil aus, der zwischen einer Basis und einer oberen Platte (ausladender als beim Epicboom) aus leicht weichem Silikon eingeklemmt ist. Diese beiden Elemente weisen, zumindest in der schwarzen Version, eher originelle Fleckenmuster auf, die oft typisch für recycelte Materialien sind. Das ist kein Zufall, denn UE argumentiert tatsächlich ökologisch: 58 % des hier verwendeten Plastiks seien recycelten Ursprungs.

Zusätzlich zu seiner IP67-Zertifizierung (Beständigkeit gegen Eintauchen und Staub) verfügt der Everboom über ein schwimmendes Gehäuse. Im Falle eines Unfalls ist es also nicht nötig, es vom Boden des Beckens zu holen.

Drahtlose Konnektivität und Übertragung

Insbesondere hinsichtlich der Funktionalität ist der Ultimate Ears Everboom nicht sehr produktiv. Er ist nur ein Bluetooth-Lautsprecher, mehr nicht. Hier gibt es keine erweiterte Konnektivität, keinen analogen Klinkeneingang oder gar eine USB-Audioschnittstelle.

Zumindest ist das Erlebnisangebot allein in diesem Bluetooth-Bereich ausreichend reichhaltig, wenn auch nicht überaus modern. Wir haben keinen Anspruch auf Google Fast Pair-Schnellkopplung (nur NFC), Multipoint und noch weniger auf Bluetooth LE Audio-Kompatibilität. Dieser letzte Punkt ist umso bedauerlicher, als dadurch Ultimate Ears auf Auracast verzichtet wird, was den Betrieb mit neueren JBL-Lautsprechern ermöglicht hätte. Diese Lücke füllt der Hersteller mit seiner hauseigenen PartyUp-Lösung. So ist es jederzeit möglich, unendlich viele UE-Lautsprecher oder zwei Everbooms im Stereomodus miteinander zu verbinden.

Eine kleine unterhaltsame Funktion in diesem relativ klassischen Stil: Der Megafon-Modus (aktiviert in der Anwendung), der das Mikrofon des Smartphones nutzen kann, um den Ton an den Everboom weiterzuleiten. Aufgrund der Bluetooth-Latenz und einer leichten Unklarheit bei der Wiedergabe ist das Megaphon ein kleines Extra, das immer eine gute Option ist. Genug, um das Fehlen eines Mikrofons am Lautsprecher zu vergessen? Wahrscheinlich nicht.

Die mit 55 m angegebene tatsächliche Reichweite ist selbst mit einem Sender der Klasse 1 (dem leistungsstärksten) nicht so beeindruckend, da sie nie mehr als 30 m beträgt. Unter normalen Bedingungen kam es zu keinen Aussetzern oder Unterbrechungen. Hinsichtlich der Latenz stellen die gemessenen 275 ms einen etwas enttäuschenden Wert dar, da sie für die Videonutzung (Film und Spiele) ohne Kompensation viel zu hoch sind.

Benutzererfahrung

Aufträge

Formtreu erfindet Ultimate Ears das Rad in puncto Ergonomie nicht neu und setzt auf die Integration leicht verständlicher physischer Tasten. Zusätzlich zur Lautstärke, symbolisiert durch die großen Markierungen „+“ und „–“ auf der Vorderseite, stehen uns oben vier Knöpfe zu, die hinter kleinen Hohlmarkierungen angeordnet sind. Der Reihe nach organisiert UE die Bedienelemente wie folgt: Ein/Aus, Bluetooth-Pairing, Outdoor-Modus und Magic Button. Letzterer ermöglicht die Navigation und kann die Playlist eines Streaming-Dienstes starten, sobald diese Funktion in der App konfiguriert ist.

Diese Befehle sind mit verschiedenen weißen LEDs sowie einer kleinen Reihe von drei LEDs auf der Vorderseite verknüpft. Wie wir es bereits beim Epicboom hatten, dient dieser in erster Linie als Indikator für den Akkustand. Abschließend streuen ein paar kleine Geräusche (Einschalten, Koppeln usw.) das Erlebnis ein, ohne es unnötig ausführlich zu machen.

Anwendung

Die spezielle Ultimate Ears-App war zum Zeitpunkt unseres Tests nur für iOS verfügbar (Version mit Everboom-Unterstützung). Sie ist nichts Revolutionäres, ermöglicht Ihnen aber eine Tour durch den Lautsprecher. So integriert UE einen anpassbaren 5-Band-Equalizer, Zugriff auf PartyUp- und Outdoor-Modi und bietet gleichzeitig verschiedene kleine ergonomische Einstellungen (Aktivierung eines Schlafmodus, Alarmfunktion, Zuordnung der Playlist zum Magic Button).

Audio

Die als 360° beworbene Audioarchitektur des UE Everboom ist viel einfacher, als Sie vielleicht denken. In der Praxis gibt es keine omnidirektionale Darstellung, da dieses Modell lediglich einen Fullrange-Lautsprecher mit den Maßen 56,6 x 56,2 cm auf jeder Seite sowie zwei Passivstrahler (für den Bass) mit den Maßen 49,4 x 87 cm integriert.

Vereinfacht gesagt haben wir es hier mit einem Stereoprodukt zu tun, das durch die sehr exzentrische Anordnung seiner Lautsprecher eine sehr weite Projektion des Klangs ermöglicht. Von hinten ist die Qualität im Allgemeinen genauso gut wie von vorne, allerdings ist das Stereobild invertiert.

Tatsächlich – und das stellt eine der Grenzen des Produkts dar – hängt die Qualität der Klangräumlichkeit enorm von der Platzierung des Hörers ab. An den Seiten (zum Lautsprecher hin) fehlt der Eindruck von Fülle und die Höhen sind etwas zu hell. Von vorne (normale Hörposition) kommt der Everboom deutlich besser zur Geltung. Die Höhen liegen etwas hinter dem Ohr, aber der Eindruck von Bühnenbreite ist sehr präsent mit einigen recht gelungenen Crossover-Effekten. Die Kehrseite der Medaille ist, dass diese Überbreite nur wenig Tiefe mit sich bringt. Die Details stechen hervor, sind aber schlecht zueinander in Beziehung gesetzt. Auf dieses Problem hatten wir bereits beim Epicboom hingewiesen, daher nichts Überraschendes.

Steht der Everboom hingegen in der Markenhierarchie unterhalb des Epicboom, ist seine Klangqualität paradoxerweise etwas höher, etwas angenehmer. Die Beobachtung ist einfach: Liegt der Klang beider Modelle bei mäßiger Lautstärke nahe beieinander, weist der Everboom ein besseres Verzerrungsmanagement auf; es bleibt über einen größeren Leistungsbereich nutzbar, ohne dass seine Basserweiterung wirklich einbricht (außer über 75 %). Schade für ein Produkt, das keinen eigenen Lautsprecher für diesen Frequenzbereich hat.

Dennoch ist der Everboom nicht besonders außergewöhnlich, denn wenn seine Bassausdehnung angesichts seiner Abmessungen (ca. 60 Hz vor dem Zusammenbruch) mehr als korrekt ist, fehlt alles ein wenig an Breite. Der Lautsprecher ist in diesem Bereich eher druckvoll als rund, wodurch man die berühmten 60 Hz nur schwer spüren kann.

Durchaus gelungen, die Mitten und Höhen erfreuen sich einer gewissen Ausgewogenheit. Wir verspüren keine Exzesse, wie z. B. Aggressivität beim Zuhören. Das Fehlen eines Hochtöners auf der Vorderseite führt jedoch zu einer ziemlich logischen Beobachtung: Die Erweiterung ist in den Höhen begrenzt, was gleichbedeutend mit einer recht schlechten Belüftung der Klangbühne und einem nur durchschnittlichen Detaillierungsgrad ist.

Aber auch hier können wir eine kleine Verbesserung im Vergleich zum Epicboom erkennen. Das Gefühl der Klangeinheit bleibt bestehen, trotz einiger Inkonsistenzen und einer ziemlich flachen Dynamik. Der allgemeine Vorschlag ist zweifellos pragmatischer als der seiner großen Schwester, aber wir schwimmen noch nicht in den Gewässern eines JBL oder eines Harman Kardon der gleichen Größenordnung, linearer, weil weniger ehrgeizig in ihren Versprechen von Klangprojektionen (nicht- 360°). Der Everboom ist vielseitig, effizient, ohne echte Unfälle, aber ohne Genialität.

Ein kurzes Wort zum Outdoor-Modus, dessen Aufgabe darin besteht, den mit der offenen Umgebung verbundenen Bassverlust auszugleichen. Tatsächlich scheint uns sein Interesse sehr begrenzt zu sein, denn es läuft auf eine fragwürdige Entzerrung hinaus: deutliche Betonung der Tiefmitten und Absenkung der extremen Höhen. Der Klang wirkt dann etwas verschleierter, was aber wenig interessant ist.

Punkte Festungen

  • Klangbreite, guter Stereoeffekt (von vorne).

  • Es ist ziemlich ausgewogen.

  • Benutzerfreundlichkeit.

  • Widerstandsfähigkeit (IP67, Fallhöhe bis zu 1 m, schwimmende Struktur).

  • Gute Autonomie.

Schwache Punkte

  • Geballte Klangdynamik, schlechte Detailtrennung.

  • Schlechte Konnektivität (kein kabelgebundener Audioeingang, keine Ladefunktion).

  • Konservative Konnektivität (fehlendes schnelles Pairing, Multipoint, Auracast).

Abschluss

Globale Marke

Wie funktioniert die Bewertung?

Überzeugender als ein Epicboom, ist der Ultimate Ears Everboom kein perfekter Bluetooth-Lautsprecher, ganz im Gegenteil. Allerdings ist die Preispositionierung viel pragmatischer. Einfach zu bedienen, langlebig und unterstützt durch die wenigen Vorteile des EU-Ökosystems, es fehlt jedoch die Gelegenheit, die Formel wirklich zu modernisieren (Auracast, Fast Pair). Vor allem durch die Fokussierung auf ein interessantes „Pseudo-360°“-Soundlayout, das aber nicht ganz beherrscht wird, schafft es der Everboom nicht, das Niveau der Besten zu erreichen.

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