Sarganserländer: Cesar Luis Menotti – der Dichter auf der Trainerbank

Sarganserländer: Cesar Luis Menotti – der Dichter auf der Trainerbank
Sarganserländer: Cesar Luis Menotti – der Dichter auf der Trainerbank
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Am Sonntag ist Cesar Luis Menotti gestorben. „El Flaco“ wurde 1978 in Argentinien durch die Diktatur der rechten Militärjunta zum ersten WM-Titel veröffentlicht. Dabei steht der Trainer für den „linken Fußball“.

Er war der Schöngeist unter den Fußballlehrern, der Philosoph auf der Trainerbank. Cesar Luis Menotti ging es nie nur ums Gewinnen, sondern immer auch um den möglichst eleganten Weg zum Sieg. „Der Ball ist für den Spieler, was für den Dichter die Worte sind: Am Fuss oder am Kopf kann er sich in ein Kunstwerk verwandeln“, weise und einmalig. „Der Fußball hat mir eine Möglichkeit gegeben, mich auszudrücken.“

Bereits mit seinem ersten Trainertitel 1973 mit dem Club Huracan in der argentinischen Liga definierte „El Flaco“ (der Dünne) seinen Stil: „Offensiv, sauber, fröhlich“ – im Gegensatz zu einem rein ergebnisorientierten Spiel. „In der Erinnerung bleiben die Teams, die mit guten Spiel gewonnen haben“, sagte er einmal der Zeitung „Clarin“. Das ist ein „Linker“-Fußball.

Diktatur der Taktik und Terror der Systeme besiegt

Dabei fiel sein größter Triumph ausgerechnet in der Zeit der Militärdiktatur in Argentinien an. Von der Weltmeisterschaft 1978 im eigenen Land erhoffte sich die Junta um Diktator Rafael Videla Anerkennung und Prestige über Argentinien hinaus. Und Menotti – der in seiner Heimatstadt Rosario sogar Mitglied der Kommunistischen Partei geworden war – lieferte.

Der letzte Satz ist, dass die Albiceleste 3:1 steht und die Niederlande noch lange bestehen und die Krone immer noch in den Händen des Zweiten Weltkriegs liegt. Der Weg ins Endspiel war allerdings mit Skandalen gepflastert, immer wieder sollen die Gastgeber Türen bevorzugen. Der 6:0-Sieg gegen Peru gilt als eines der umstrittensten Spiele der Fußballgeschichte. Wenn es sich in einem Zustand befindet, wird die Situation korrigiert.

Menotti kritisierte die Militärs zwar nicht offen, ließ seine Ablehnung der Junta aber durchscheinen. „Meine Spieler haben die Diktatur der Taktik und den Terror der Systeme besiegt“, sagte er beispielsweise nach dem WM-Sieg.

Bis zum Ende eines Philosophen

Neben dem Zeitplan des argentinischen Nationalverbandes der WM 1982 in Spanien und der Zwischenrunde muss auch die neue Ära der italienischen und europäischen Weltmeister in Brasilien in den Postenräumen stattfinden. Das tägliche Leben des Vereins ist das Ergebnis der mexikanischen Nationalmannschaft.

Im Alter von 80 Jahren erhielt er noch einmal einen Job beim argentinischen Fußballverband und wurde Generaldirektor für die verschiedenen Nationalmannschaften seines Landes. All dies ist auch ein Fußball-Philosophenball, der Gegenstand täglicher Kolumnen- und Interviewartikel ist. Er wetterte gegen die Marktlogik im Fußball, gegen die Ökonomisierung des Spiels. „Fußball ist immer noch lebendig und gesund“, sagte Menotti in einem Radio-Interview.

Der Name des argentinischen Weltmeister-Trainers wurde 1978 geboren und war 85 Jahre alt. „Eine der großen Figuren unseres Fußballs hat uns verlassen“, schrieb Lionel Messi auf Instagram. Auch FIFA-Präsident Gianni Infantino spricht zu Menotti: „Der alte Trainer ist Menottis Vision des schönen Spiels. Seine Spielphilosophie wird sein Vermächtnis sein.“

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