Das Paradoxon der Roten Königin

Das Paradoxon der Roten Königin
Das Paradoxon der Roten Königin
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Marie-Hélène Miauton

Kolumnist

Veröffentlicht am 12. Mai 2024 um 14:41 Uhr. / Geändert am 12. Mai 2024 um 19:38 Uhr

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Wir alle kennen den Roman von Lewis Carroll Alice im Wunderlandaber weniger seine Fortsetzung mit dem Titel auf der anderen Seite des Spiegels. Alice geht tagträumend durch den Spiegel über ihrem Kamin und findet sich auf einem Schachbrett wieder. Sie befragt die ständig rennende Rote Königin: „Wohin gehst du so?“ Und der Schlüssel zur Antwort lautet: „Sie sehen, wir müssen so viel rennen, wie wir können, um an der gleichen Stelle zu bleiben.“ Wenn wir woanders hin wollen, müssen wir mindestens doppelt so schnell laufen!“ Dieses Paradoxon gab einer Hypothese ihren Namen, die von Leigh Van Valen, einem Biologen an der University of Chicago, entwickelt wurde. Dieser Forscher (1935-2010) postuliert, dass Interaktionen zwischen Arten zu unaufhörlichen evolutionären Rassen führen. Somit würde die heutige Artenvielfalt nach und nach durch koevolutionäre Prozesse entstehen. Spannend!

Als ich diese „Rote-Königin-Theorie“ durch meine Lektüre entdeckte, erinnerte ich mich dann an eine Konferenz des Botanikers Francis Hallé, in der er vom Abenteuer der Passiflora-Rebe und des Heliconius-Schmetterlings erzählte, der seine Eier darauf legt. Die schlüpfenden Raupen fressen die Blätter der Pflanze, was ihnen köstlich schmeckt. Passionsblume reagiert auf diese Aggression, die sie in Gefahr bringt, indem sie giftig wird. Doch die Raupen gewöhnen sich daran und ignorieren diese List. Darüber hinaus werden sie selbst schädlich, wenn sie sich von diesem Gift ernähren, was sie vor ihren Feinden schützt und es ihnen ermöglicht, zu wachsen und sich zu vermehren. Passionsblume ist in großer Gefahr. Es verändert die Form seiner Blätter, sodass Heliconius sie nicht erkennt und woanders Eier legt. Leider lässt sich der schlaue Schmetterling nicht täuschen!

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