Markt: An den Märkten steht die Inflation unter strenger Beobachtung

Markt: An den Märkten steht die Inflation unter strenger Beobachtung
Markt: An den Märkten steht die Inflation unter strenger Beobachtung
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(Reuters) – Inflationsdaten in den Vereinigten Staaten, der Eurozone und Japan werden den Handel in den kommenden Tagen prägen, während die Verkürzung des Abwicklungs-Lieferzyklus auf der anderen Seite des Atlantiks für einige Turbulenzen sorgen könnte. Auch die Wahlen in Südafrika werden von Investoren verfolgt.

Zusammenfassung der Marktaussichten für die kommenden Tage:

1/ PREISDYNAMIK

Die PCE-Inflation, das beliebteste Maß der Preisdynamik der Federal Reserve, wird am 31. Mai veröffentlicht und wird für die nächste geldpolitische Entscheidung der Zentralbank von entscheidender Bedeutung sein.

Die Anfang des Monats veröffentlichte VPI-Inflation verlangsamte sich stärker als erwartet, was den Anlegern die Hoffnung gab, dass das Institut die Zinsen schneller als erwartet und stärker als erwartet senken würde.

Das Protokoll der letzten Fed-Sitzung zeigt, dass die Zentralbank von der Fortsetzung des Inflationsprozesses überzeugt ist, dass sie jedoch bereit ist, noch mehrere Monate zu warten, bevor sie ihre Zinssätze senkt, um die Preisdynamik wieder auf ihr Zielniveau zu bringen.

2/ LEBEN NACH JUNI

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat sich so gut wie zu einer Zinssenkung im Juni verpflichtet, und die Institution versucht nun, die Spannung über den weiteren Verlauf ihrer Geldpolitik aufrechtzuerhalten.

Die am 31. Mai fälligen Inflationsdaten für Mai könnten zeigen, dass die Preisdynamik weiterhin volatil bleibt: Der Konsens geht davon aus, dass die Inflation in diesem Monat 2,5 % betragen wird, verglichen mit 2,4 % im April.

Laut Ökonomen der Société Générale wird die EZB ihre Zinsen im Juni und September senken und dann eine Pause einlegen, um auf die erste Zinssenkung durch die Federal Reserve zu warten und mehr Informationen über die Lohndynamik zu erhalten. Die Erwartungen der Marktteilnehmer scheinen hinsichtlich des Zeitpunkts eines zweiten Rückgangs weniger sicher zu sein.

„Angesichts des hohen Lohnwachstums und einer abwartenden Haltung der Fed erwarten wir, dass die EZB einen restriktiven Diskurs beibehält“, schreiben die Ökonomen.

3/ Japan im Visier

Die Preisdynamik in Japan wird genau beobachtet, da die Anleger vorhersehen wollen, wann die Bank of Japan nach ihrer historischen Entscheidung auf ihrer März-Sitzung die Zinsen erneut anheben wird.

Der schwache Yen beeinträchtigt weiterhin den Konsum und die am 31. Mai veröffentlichten Inflationszahlen könnten den Druck auf die geldpolitischen Entscheidungsträger erhöhen.

Am 31. Mai werden auch Daten über die Interventionen des Finanzministeriums auf den Devisenmärkten veröffentlicht, da die Märkte davon ausgehen, dass die Regierung ihre Währung kürzlich gestützt hat, sowie über den Anleihekaufplan der BOJ. Händler werden nach Anzeichen für eine Reduzierung der Zentralbankkäufe suchen.

4/ ZEIT UND GELD

Der Übergang vom zweitägigen zum eintägigen Abwicklungszyklus (bekannt als „T+1“) in den Vereinigten Staaten, Kanada und Mexiko ist nicht ohne Probleme, während die Handelsvolumina über den Atlantik hinaus rasant ansteigen.

Steigende Handelsvolumina erhöhen das Risiko, dass weitere Geschäfte scheitern könnten, was einen Liquiditätsschub für Kunden außerhalb der USA auslöst, die möglicherweise schnell Dollar leihen müssen, um ausgesetzte Geschäfte abzudecken.

Der Übergang zu einem T+1-Abwicklungszyklus wird allgemein als wesentlich für die Vertiefung und Effizienz der Finanzmärkte angesehen. Aufgrund der Zeitverschiebung bedeutet die Verschiebung jedoch, dass Asien in einen T+0-Zyklus übergeht, während die Vorbereitungen für den Zykluswechsel als unzureichend gelten.

Der Übergang wird am 28. Mai in den Vereinigten Staaten für Aktien, Kredite, Kommunalanleihen und andere Wertpapierkategorien stattfinden.

5/ ENDE DER REGIERUNG DES ANC?

Am Mittwoch finden in Südafrika Parlamentswahlen statt, und zum ersten Mal seit dem Ende der Apartheid vor 30 Jahren könnte der regierende Afrikanische Nationalkongress (ANC) seine parlamentarische Mehrheit verlieren.

Gelingt es dem ANC nicht, 50 % der Stimmen zu erreichen, muss die Partei ihre Koalition erweitern, um weiterhin regieren zu können.

Der Rand und die südafrikanischen Vermögenswerte könnten vom Beitritt der Democratic Alliance zur Koalition profitieren, einer wirtschaftsfreundlicheren Partei als die linksextremen Economic Freedom Fighters (EFF). Die Märkte wären jedoch besorgt, wenn die EFF oder MK, eine kürzlich vom ehemaligen Präsidenten Jacob Zuma gegründete Partei, der Koalition beitreten würden.

Die Legitimität von Präsident Cyril Ramaphosa könnte auch intern in Frage gestellt werden, wenn die Wahlleistung des ANC als enttäuschend eingestuft wird.

(Text von Rae Wee, Lewis Krauskopf, Naomi Rovnick, Sinead Cruise und Marc Jones, Grafiken von Vineet Sachdev, Pasit Kongkunakornkul, Prinz Magtulis und Sumanta Sen; zusammengestellt von Karin Strohecker, Corentin Chappron für die französische Version, herausgegeben von Blandine Hénault)

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