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Die AfD bewegt offenbar die Menschen – so oder so. 500 Bürgerinnen und Bürger sind am Sonntag zu einer Kundgebung gegen die Rechtsaußen-Partei auf den Stadtplatz gekommen.

Die AfD wiederum freute sich über 90 Menschen, die zu ihrer Veranstaltung in den Kleinen Löwensaal gekommen waren, deutlich mehr als bei früheren Veranstaltungen im Westallgäu. Anschließend ein Überblick, was sich am Sonntagabend getan hat.

Wie sieht es mit der Kundgebung am Stadtplatz aus?

Acht Rednerinnen und Redner traten ans Rednerpult. Dr. Raimond Bischof (SPD) bezeichnete die Gegendemo als „ein wirklich großes Statement für die Region, für unser Westallgäu“. Das Menschenbild der AfD sei „offensichtlich rassistisch, völkisch“ geprägt. Und nicht nur das.

Der Europa-Spitzenkandidat Maximilian Krah steht für „ein Frauenbild, das dem rückwärtsgewandten Kinder-Küche-Kirche-Ideal entspricht“. Wenn es um Widerstand geht, gibt es „diese Nazipartei“ auf, „denn über ein Wehret den Anfängen sind wir bereits hinaus“. Für Doris Hog von den „Omas gegen Rechts“ besteht die AfD aus „Anti-Demokraten“. Sie bezeichnete Björn Höcke als „Faschisten“, der mit „Nazi-Sprüchen“ um sich werfe.

Kritik an der AfD am Stadtplatz. Die aufgerufene Kundgebung hatte 19 Parteien und Organisationen. (Foto: Peter Mittermeier)

Die AfD lasse sich mutmaßlich gerne „von autoritären Systemen und Herrschern, denen sie nacheifern“ finanzieren. Mit Blick auf die AfD-Veranstaltung im Löwensaal bezeichnete Hog den Kreisvorsitzenden Rainer Rothfuß und Gastredner Dirk Spaniel sinngemäß als Corona-Leugner.

War der Krieg die Debatte um den Tod? AfD, die Linke und das Krankenhaus?

Karl Schweizer (Linke) bezeichnete die AfD als „Demagogen in Reinkultur“ und verwies darauf, dass die AfD im Kreistag gegen einen Millionen-Zuschuss für die Rettung des Lindenberger Krankenhauses gestimmt habe. „Das zeigt, dass wir nichts Gutes zu erwarten haben, sondern Bösartigkeit.“

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Tatsächlich haben die beiden AfD-Vertreter als einzige Kreisräte kommentarlos gegen den Kreishaushalt gestimmt, der einen Zuschuss für die Notfallversorgung an der Klinik vorsieht.

Warum vermietet die Stadt den Löwensaal an die AfD?

Die Frage wird laut Bürgermeister Eric Ballerstedt oft gestellt. „Wir können uns dagegen leider nicht wehren“, weise er. Der Stadtsaal ist ein öffentlicher Veranstaltungsraum. „Wenn der Saal verfügbar ist, müssen wir ihn abgeben.“ Umso wichtiger sei es, dass Bürgerinnen und Bürger auf Veranstaltungen „ihre Position klar darlegen“.

Waren wir bei den AfD-Gastredner?

Andreas Mayer ist im Unterallgäu und steht auf Platz 23 der AfD-Liste bei den Europawahlen. Laut Rothfuß hat er damit eine Chance, ins EU-Parlament einzuziehen, fällt die AfD bei der Wahl über 20 Prozent.

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Kritik an der EU bei der Veranstaltung der AfD im Kleinen Löwensaal. (Foto: Peter Mittermeier)

Dr. Dirk Spaniel, der zweite Gastredner, ist verkehrspolitischer Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion und kritisierte nicht zuletzt das Verbot von Verbrennungsmotoren. Diese anderen Teile stehen für Scheinheiligkeit. So habe die Union das Thema auf EU-Ebene unter Verkehrsminister Scheuer laufen lassen.

Was ist die AfD-Kritik an der EU?

Die Kritik an der EU und den anderen Parteien stehen im Mittelpunkt des Abends. Die EU sei ein Bürokratiemonster, so Mayer. Der 29-Jährige kritisierte auch die Sanktionen gegen Russland. Die seien wirkungslos und schaden nur Deutschland.

„Wir schießen uns ins eigene Bein“, weiser. Mit Blick auf Vorgaben für die Sanierung von Häusern bzw. Heizungen sprach er von Zwangsenteignung, weil sich gerade Senioren die Ausgaben nicht leisten konnten.

„Der Staat hat ihnen nicht zu sagen, welche Heizung sie einzubauen haben“. Die AfD sei im Übrigen die einzige Partei, so mehrere Beiträge an dem Abend, die die freie Meinungsäußerung sicher.

Welcher Abgeordneter bittet um Mäßigung?

Ich bin überzeugt vom Abend der AfD gemäßigter als die Veranstaltung im vergangenen Jahr mit Katrin Ebner-Steiner und Martin Böhm. Dr. Dirk Spaniel schlägt die Mitglieder, auch in ihren Katzen zu mäßigen. Wenn die AfD regieren will, sind sie auf Koalitionspartner angewiesen.

„Wenn ich die anderen als Feind bezeichne, werden sie nie eine Koalition mit uns bilden“, weise er. Deshalb muss die AfD die „Emotionen in den Zaun bekommen“. Die AfD müsse „dieses Land regieren, ansonsten wird es an uns vorbei gestaltet“, so Spaniel.

Wieso ein so gRosser Polizeieinsatz?

So die alte Polizei wie am Sonntag war in Lindenberg seit der Demo gegen den Auftritt von Frauke Petry (AfD) vor acht Jahren nicht zu sehen. Das lag an der Bereitschaftspolizei aus München – erfahrene Kräfte in Sachen Kundgebungen.

Jetzt haben Sie die Gründe für die starke Polizeipräsenz namens Thomas Hüttinger, Chef der Polizeiinspektion Lindenberg und Einsatzleiter. Zum einen sei das Konfliktpotenzial bei Veranstaltungen der AfD größer, zum anderen sei es in jüngerer Vergangenheit verstärkt zu Übergriffen gegen Politiker gekommen.

Die Gelte es für die Polizei zu verhindern, auch welche Farbe die Politiker seien. Die Gegendemo verlief friedlich und störungsfrei – bis auf ein Plakat, dessen Inhalt wohl noch geprüft wird.


Dieser Artikel basiert auf West Allgäuer erschienen.

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