Olivier Meier, Universität Paris Est – Überwindung des Gruppendenkens zur freien Entscheidungsfindung – Strategien und Management

Olivier Meier, Universität Paris Est – Überwindung des Gruppendenkens zur freien Entscheidungsfindung – Strategien und Management
Olivier Meier, Universität Paris Est – Überwindung des Gruppendenkens zur freien Entscheidungsfindung – Strategien und Management
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Gruppendenken ist ein psychologisches Phänomen, das auftritt, wenn der Wunsch nach Harmonie und Konformität innerhalb einer Gruppe zu irrationalen oder dysfunktionalen Entscheidungen führt.

Gruppendenken wurde erstmals in den 1970er Jahren vom Psychologen Irving Janis theoretisiert und stellt eine gewaltige Falle für Teams und Organisationen dar, die zu kostspieligen Fehleinschätzungen führen kann.

Wie äußert sich dieses Phänomen und welche Strategien können umgesetzt werden, um ihm wirksam entgegenzuwirken?

Gruppendenken ist durch mehrere unterschiedliche Symptome gekennzeichnet, wie zum Beispiel:

– die Illusion der Unverwundbarkeit,
– kollektive Rationalisierung,
– Glaube an die moralischen Qualitäten der Gruppe,
– und die Existenz von Stereotypen gegenüber anderen sozialen Gruppen.

In dieser Konfiguration neigen Gruppenmitglieder dazu, abweichende Standpunkte zu unterdrücken. Tatsächlich wird expliziter Druck auf diejenigen ausgeübt, die von der etablierten Norm abweichen oder diese in Frage stellen, wodurch ein falsches Gefühl der Einstimmigkeit entsteht.

Die Auswirkungen dieses Phänomens auf den Entscheidungsprozess sind erheblich. Teams laufen Gefahr, voreilige Entscheidungen zu treffen, eine gründliche Gefahrenanalyse zu vernachlässigen, gültige Optionen auszulassen und keine alternativen Strategien zu entwickeln.

Diese Fehler können daher zu Funktionsstörungen, dem Verlust bedeutender Chancen und möglicherweise zu Krisen innerhalb der Gruppe führen.

Welche Strategien gibt es also, um diesem Gruppenphänomen entgegenzuwirken?

1. Zunächst sollte die Äußerung abweichender Standpunkte und konstruktive Kritik offen gefördert werden soziale Konformität zu reduzieren. Führungskräfte müssen tatsächlich die Äußerung alternativer Meinungen wertschätzen und belohnen, auch wenn diese manchmal gegen die Gruppennorm verstoßen.

2. Ebenso ist es wichtig, ein oder mehrere Mitglieder der Gruppe auszuwählen, die bestimmte Thesen hinterfragen und die Rolle des kritischen Skeptikers übernehmenum zum Nachdenken anzuregen und so jegliche Eile zu vermeiden.

3. Es kann auch hilfreich sein, die Gruppe in unabhängige Untergruppen aufzuteilen, die an demselben Problem arbeiten. Dieser Ansatz kann in der Tat dazu beitragen, vielfältige Lösungen zu generieren und einheitliches Denken zu vermeiden.

4. Wir können im Prozess auch anonyme Feedbackmethoden nutzenB. Umfragen oder Vorschlagsboxen, die es Gruppenmitgliedern ermöglichen, ihre Meinungen ohne Angst vor Repressalien zu äußern.

5. Eine weitere relevante Strategie könnte darin bestehen, Experten von außerhalb der Gruppe einzubeziehen die neue Perspektiven einbringen, den Status quo in Frage stellen und den Entscheidungsprozess mit einer anderen Perspektive bereichern können.

6. Ein weiteres besonders wirksames Element ist die Einführung bewusster Pausen vor jeder Entscheidungsfindung. Dies kann es den Gruppenmitgliedern ermöglichen, individuell zu denken, wodurch die Auswirkungen sozialer Einflüsse verringert werden.

7. Schließlich sollte nach jeder Entscheidung eine retrospektive Bewertung der Art und Weise, wie die Entscheidung getroffen wurde, gefördert werden Dies kann dabei helfen, mögliche Gruppendenken-Voreingenommenheiten zu erkennen und daraus für zukünftige Entscheidungen zu lernen.

Groupthink ist ein heimtückischer Gegner der Entscheidungsqualität und verbirgt seine schädlichen Auswirkungen hinter dem Schleier der Einheit und des kollektiven Zusammenhalts.

Durch die Identifizierung der Symptome und den Einsatz von Taktiken, die darauf abzielen, Ideenvielfalt, kritische Bewertung und Autonomie bei strategischen Entscheidungen zu fördern, können Führungskräfte die Strenge des Entscheidungsprozesses wahren und ihre Teams auf vernünftigere und innovativere Lösungen ausrichten.

Die Bekämpfung von Groupthink geht daher weit über die bloße Fehlervermeidung hinaus; Dies ist ein entscheidender Schritt zur Verbesserung des Teamzusammenhalts und der Vitalität der Organisation.

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