„Drohnenhölle“ in der Taiwanstraße im Falle eines chinesischen Angriffs

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In einem Interview mit der Washington Post, das ich, etwas respektlos, als (im wahrsten Sinne des Wortes) explosiv bezeichnen würde, Admiral Samuel Paparo, Chef des US-Indopazifik-Kommandos, stellte einen mutigen und besorgniserregenden Plan zur Bewältigung einer möglichen chinesischen Invasion in Taiwan vor. Die Idee? Verwandeln Sie die Taiwanstraße in eine „Höllenlandschaft“ aus Drohnen, mit dem Ziel, die chinesischen Streitkräfte lahmzulegen und wertvolle Zeit für die Organisation der Verteidigung der Insel zu gewinnen.

Eine Strategie, die erneut tiefgreifende Fragen über die Natur der modernen Kriegsführung und die Risiken einer unkontrollierten Eskalation aufwirft.

Ein Albtraumplan in der Taiwanstraße

Die Worte von Admiral Paparo lassen keinen Zweifel: Im Falle eines chinesischen Angriffs auf Taiwan sind die USA bereit, eine wahre Drohnenhölle in der Meerenge einzusetzen. Das erklärte Ziel besteht darin, „den Chinesen einen Monat lang das Leben zur Hölle zu machen“ und so die nötige Zeit zu gewinnen, um die Verteidigung der Insel zu organisieren.

Aber hinter dieser Aussage verbirgt sich eine viel komplexere und besorgniserregendere Realität. Der massive Einsatz von Drohnen, U-Booten und unbemannten Booten stellt einen qualitativen Sprung im Wettrüsten zwischen den beiden Supermächten dar. Ein Rennen, das außer Kontrolle zu geraten droht und die Taiwanstraße (und darüber hinaus) in ein High-Tech-Schlachtfeld zu verwandeln droht, mit unvorhersehbaren Folgen für die regionale und globale Stabilität.

Die „Replikator-Initiative“: Tausende von KI-gesteuerte Drohnen

Wer denkt, Admiral Paparos Plan sei nur ein spontaner Ausflug im Rahmen chinesisch-amerikanischer Gefechte, der könnte sich gewaltig irren. Die Erklärung ist Teil einer umfassenderen US-Strategie, um Chinas wachsender Militärmacht entgegenzuwirken. Bereits letztes Jahr stellvertretender Verteidigungsminister Kathleen Hicks kündigte die „Replicator Initiative“ an, ein Projekt, das darauf abzielt, in den nächsten 18 bis 24 Monaten Tausende von Drohnen einzusetzen, die von künstlicher Intelligenz gesteuert werden.

Das erklärte Ziel? Das Ziel besteht darin, den Abstand zu China hinsichtlich der „Masse“ zu schließen: mehr Schiffe, mehr Raketen, mehr Streitkräfte. Doch der Einsatz von KI im Militär wirft enorme ethische und strategische Fragen auf. Welche Kontrolle wird der Mensch über diese Drohnenschwärme haben? Welche Regeln gelten für den Einsatz? Und vor allem: Wie können wir im Konfliktfall eine unkontrollierte Eskalation verhindern?

„Obligatorische“ Eskalation für von der Taiwanstraße betroffene Länder?

Der hochrangige amerikanische Offizier ist sich seiner Äußerungen bewusst, die alles andere als das Ergebnis seiner alleinigen Initiative sind. Paparo sagt, die Länder in der Region hätten nur zwei Möglichkeiten: sich China zu unterwerfen, einige ihrer Freiheiten aufzugeben oder „sich bis an die Zähne zu bewaffnen“. Wenn Sie das Gefühl haben, es schon einmal gehört zu haben, vielleicht haben Sie es ja auch.

Eine manichäische Vision, die wenig Raum für Diplomatie und Dialog zu lassen scheint. Und es besteht die Gefahr, dass die Länder im asiatisch-pazifischen Raum in eine Spirale der Militarisierung und Spannungen hineingezogen werden, mit direkten Folgen für die Sicherheit und das Wohlergehen aller. Sogar amerikanische Bürger selbst, möchte ich hinzufügen.

Auf dem Weg zu einer Zukunft voller Roboterkriege?

Letztlich klingen die Worte von Admiral Paparo wie ein weiterer Nagel im Sarg der „analogen“ Militärära. Die Zukunft ist ein Planet, auf dem kein Schlachtfeld an der Taiwanstraße von Schwärmen autonomer Maschinen bevölkert sein wird, die darauf programmiert sind, Zerstörung und Chaos anzurichten.

Angesichts dieser Perspektive ist es dringend erforderlich, eine ernsthafte und tiefgreifende Debatte über die ethischen, rechtlichen und strategischen Auswirkungen dieser neuen Technologien zu eröffnen. Eine Debatte, an der nicht nur Militär und Politiker, sondern auch Zivilgesellschaft, Wissenschaft und internationale Organisationen beteiligt sind.

Nur durch eine offene und transparente Debatte können wir hoffen, die Entwicklung der Rüstung zu steuern und eine Katastrophe zu verhindern. Denn in einer Welt der Drohnen und KI können Frieden und Sicherheit nicht in den Händen von Algorithmen und Maschinen liegen. Sie müssen unter der Kontrolle der Vernunft und des menschlichen Gewissens bleiben, über die der Admiral und auch andere wie er einer Nation offensichtlich nicht verfügen.

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