Volkswagen Jetta Trendline 2024: attraktive Einfachheit

-

Ich erinnere mich an die Zeiten, als der Jetta nicht nur als etwas schickes Auto galt, sondern auch als sehr teuer. Bis zu dem Punkt, dass seine Rechnung mit der von Mittelklasse-Limousinen wie dem Honda Accord verglichen wurde. Heute ist das anders: Sein Preis liegt im Fadenkreuz anderer Kompaktwagen, und sein Einsatzzweck hat sich etwas verändert.

Tatsächlich ist der Jetta mittlerweile ein exklusives Produkt für Amerika und China. Das erklärt seine „Amerikanisierung“ in den Augen der Puristen, die ihn nicht mehr für eine authentische deutsche Limousine halten. Allerdings sticht der Jetta in einem Segment heraus, das von den Amerikanern aufgegeben wurde und in dem nur asiatische Limousinen konkurrieren. Es erhebt sicherlich nicht den Anspruch, das eleganteste zu sein, aber ästhetisch hat es den Test der Zeit mit Bravour bestanden, wie sein bereits sechs Jahre altes Kleid beweist.

Foto: Antoine Joubert

Wir wissen bereits, dass der Jetta im Jahr 2025 Anspruch auf eine teilweise Neugestaltung haben wird. Eine wohlverdiente Neugestaltung und wahrscheinlich die letzte, wenn sich Volkswagen wie mehrere andere Hersteller dazu entschließt, sich auf profitablere SUVs und/oder auf Elektrofahrzeuge zu konzentrieren. Unabhängig davon behauptet sich der Jetta weiterhin, insbesondere mit der von uns getesteten Basisversion Trendline.

Zwei Grautöne…

Der Trendline bietet das meiste, was ein Kompakter im Jahr 2024 bieten sollte: Leichtmetallfelgen, zentraler Touchscreen mit Apple CarPlay/Android Auto, Sitz- und Lenkradheizung sowie ein komplettes Elektroaggregat mit Tempomat. Die Optionen beschränken sich auf die Wahl zwischen zwei Grautönen, ansonsten Schwarz oder Weiß, sowie der Möglichkeit eines Automatikgetriebes für 1.400 US-Dollar. Also ja, der Jetta ist immer noch serienmäßig mit dem Schaltgetriebe ausgestattet. Eine Quasi-Exklusivität im Segment der Kompaktlimousinen, denn das einzige andere Auto, das es anbietet, bleibt der Nissan Sentra für 2024. Andernfalls müssen Sie auf sportlichere Limousinen wie den Civic Si, den Subaru WRX oder… den Jetta GLI umsteigen.

Foto: Antoine Joubert

Etwas düster, der komplett in Schwarz gehaltene Innenraum wirkt wenig einladend. Andererseits sind die Fahrposition und der Komfort der Sitze im Vergleich zu einigen Mitbewerbern große Pluspunkte, ebenso wie das Platzangebot im Innenraum. Hervorzuheben ist auch der große Kofferraum, der den Jetta zu einem sehr praktischen Auto macht. Hinter dem Lenkrad ist alles perfekt erreichbar. Abends ist die Beleuchtung ausreichend und Sie können die einzelnen Accessoires gut nutzen. Sicherlich ist der zentrale Bildschirm nicht der modernste und wirkt in der beliebtesten Comfortline-Version eindrucksvoller. Dies bietet außerdem den Vorteil eines elektrisch verstellbaren Sitzes, einer Kunstlederpolsterung und eines schlüssellosen Zugangs/Starts. Der eigentliche Vorteil der Trendline-Version liegt jedoch im Preis, insbesondere angesichts der Qualität ihres Verhaltens.

Foto: Antoine Joubert

5,4 Liter pro 100 km

Dies ist das Ergebnis einer Fahrt auf der Autobahn zwischen Montreal und Lévis. Minimaler Verbrauch, unter dem, was der Hersteller angibt. Denn die offizielle Autobahnbewertung beträgt 5,6 l/100 km, was einem kombinierten Durchschnitt von 7 l/100 km entspricht, wenn man die Stadtbewertung von 8,2 l/100 km kombiniert. Die Bewertung ist für die Automatik ungefähr gleich, was beweist, dass die Übersetzung des Sechsgang-Schaltgetriebes optimal ist.

Der Jetta bietet viel Fahrspaß und verfügt über einen 1,5-Liter-Vierzylinder mit Turbolader (158 PS), der seine Zuverlässigkeit unter Beweis gestellt hat. Dieser effiziente und großzügige Drehmomentmechanismus (184 lb-ft) trägt zu mehr Fahrspaß als seine Konkurrenten bei. Den Jetta kann man als echtes Straßenauto bezeichnen: Er legt Kilometer zurück, ohne sich müde zu fühlen. Stabil, äußerst komfortabel und mit einer hervorragenden Fahrposition gewinnt er jedes Mal Punkte, wenn Sie sich ans Steuer setzen. Wir kritisieren lediglich die 16-Zoll-Felgen (die wir für die Wintersaison behalten), die besser durch 17-Zoll-Räder und -Reifen ersetzt werden sollten. Dadurch gewinnt das Auto an Stabilität und Handling. Dies ist vielleicht einer der Gründe, warum manche Käufer zur Comfortline-Version tendieren, die serienmäßig mit 17-Zoll-Rädern ausgestattet ist.

Foto: Antoine Joubert

Allerdings kostet letzteres nur 3.000 US-Dollar mehr als das Trendline und bietet für diesen Preis viel. Allerdings ist der Aufschlag von 11 % für Käufer mit einem knappen Budget und der Suche nach einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis enorm. Und aus diesem Grund ist der Trendline mit einem Preis von 26.160 US-Dollar (einschließlich Fracht/PDI/Händlergebühren) kaum zu übertreffen. Es handelt sich also um ein sicherlich unterschätztes Auto, an das Kunden zu selten denken, insbesondere wenn es sich um ein „Self-Budget“-Auto handelt. Abschließend dürfen wir nicht vergessen, dass der Jetta eine Grundgarantie von 4 Jahren/80.000 km hat, ein Jahr mehr als bei japanischen Herstellern. Andererseits liegt der Vorsprung in diesem Spiel immer noch bei Hyundai/Kia.

Zu sehen: Wie viel kostet der Volkswagen Jetta 2024?


-

NEXT Tod: Roland Dumas, Minister und treuer Begleiter Mitterrands, stirbt im Alter von 101 Jahren