„Iran kann seine militärischen Fähigkeiten nutzen, um den Ölfluss zu unterbrechen“

„Iran kann seine militärischen Fähigkeiten nutzen, um den Ölfluss zu unterbrechen“
„Iran kann seine militärischen Fähigkeiten nutzen, um den Ölfluss zu unterbrechen“
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Energy World öffnet seine Kolumnen für Matt Gertken, Chefstratege für geopolitische Strategie und amerikanische politische Strategie bei BCA Research, um den jüngsten Bericht seiner Organisation über die Auswirkungen der Situation zwischen Israel und Iran auf die Ölpreise zu diskutieren.

Energiewelt – Welche Auswirkungen hatte der Gaza-Konflikt auf den globalen Ölmarkt?

Matt Gertken —Bisher hatte der Gaza-Konflikt keine größeren Auswirkungen auf den Ölmarkt, da er weder die Produktion noch die Verteilung erheblich beeinträchtigte, obwohl die weltweite Produktion und Reservekapazität stabil bleiben. Die Vereinigten Staaten sind nicht bereit, sich in einem Wahljahr mit dem Iran auseinanderzusetzen, während Iran aus Angst vor einer militärischen Reaktion der USA nicht bereit ist, einen großen globalen Ölschock zu provozieren.

Energiewelt – Warum die Auswirkungen der geopolitischen Entscheidungen Israels und Irans auf die Ölmärkte analysieren? Was ist der Zusammenhang?

Matt Gertken —Rund 21 % des weltweiten Öls fließen durch die Straße von Hormus – und ein noch größerer Anteil der Produktion kommt aus dem Nahen Osten. Iran kann seine militärischen Fähigkeiten nutzen, um den Ölfluss in der gesamten Region zu unterbrechen, wenn seine Ölexporte gestoppt oder sein Territorium angegriffen wird. Der Iran könnte auch die Öllieferungen gefährden, um die wirtschaftlichen Kosten der US-amerikanischen und israelischen Politik zu erhöhen. Die Vereinigten Staaten und Israel sind entschlossen, den Iran daran zu hindern, seinen regionalen Einflussbereich auszuweiten und Atomwaffen zu erwerben.

Die Welt der Energie – Welche Szenarien sind für die kommenden Monate vorgesehen? Welche Folgen hätten sie für die Ölpreise?

Matt Gertken —Bis zum Ende des Gaza-Konflikts werden die innenpolitischen Unruhen in Israel zunehmen. Es wird erwartet, dass Israel und die libanesische Hisbollah die Feindseligkeiten verschärfen, während Israel versuchen wird, seinen Bürgern die Rückkehr in ihre Häuser im Norden zu ermöglichen [à la frontière avec le Liban, théâtre des affrontements avec le Hezbollah libanais, NDLR] . Israel wird die Nachschublinien der Hisbollah angreifen, einschließlich der iranischen Unterstützung. Israel und Iran könnten eine neue Angriffsserie verüben. Unterdessen wird sich die weltweite Ölnachfrage abschwächen, so dass die Ölpreise trotz sporadischer Preisanstiege, wenn sich geopolitische Versorgungsrisiken materialisieren, tendenziell sinken werden.

Die Welt der Energie – Wie könnten diese möglichen Entwicklungen die diplomatischen Entscheidungen der Großmächte der Welt beeinflussen?

Matt Gertken —Die Vereinigten Staaten werden davon Abstand nehmen, sich vor der Wahl militärisch gegen den Iran zu stellen, und werden versuchen, Israel davon abzuhalten, dies zu tun, selbst wenn sich der Konflikt Israels auf die Hisbollah erstreckt. Iran wird versuchen, Israel zu isolieren und die Vereinigten Staaten unter Druck zu setzen, ihre Unterstützung für Israel zu reduzieren. Russland wird die regionale Instabilität auf jede erdenkliche Weise fördern, um seine Position in der Ukraine zu stärken. China wird versuchen, einen größeren Ölschock zu verhindern, wird aber die Importe aus dem Iran nicht stoppen.

Energiewelt – Welche anderen geopolitischen Situationen könnten die Ölpreise beeinflussen?

Matt Gertken —Das US-Verbraucherwachstum wird zurückgehen und die Unsicherheit über die Wahlen in den USA wird zunehmen, was die Risikostimmung und die Ölpreise belasten wird. Chinas Binnenwirtschaftspolitik wird es nicht schaffen, die Nachfrage anzukurbeln. Ein Rückgang der weltweiten Nachfrage wird mit Lieferengpässen einhergehen, da Russland bestrebt ist, die globale Energieversorgung einzuschränken. Dieser Kontext deutet auf Volatilität mit sporadischen Preisspitzen hin.

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