Laut mehreren Quellen könnte Emmanuel Macron heute in Straßburg den Eintritt des Akademikers und Widerstandskämpfers Marc Bloch in das Pantheon bekannt geben. Zum Abschluss seiner Rede im Universitätspalast wird das Staatsoberhaupt die Ehrenlegion an seinen Sohn Daniel Bloch überreichen.
Marc Bloch wurde 1886 in Lyon als Sohn einer Familie optierter elsässischer Juden geboren und ist der Autor des Nachschlagewerks „The Strange Defeat“ über die Schlacht um Frankreich. Als Absolvent der Geschichte, Veteran des Ersten Weltkriegs, wurde er 1921 Professor für Geschichte an der Fakultät für Geschichte in Straßburg. Er gründete, insbesondere mit Lucien Febvre, die Annalen der Wirtschafts- und Sozialgeschichte.
Unter Pétain wurde er vom öffentlichen Dienst ausgeschlossen, weil er Jude war, und sein Eigentum wurde beschlagnahmt. An der Universität Straßburg, die nach Clermont-Ferrand umgezogen war, erlangte er seine Rechte wieder. Er schloss sich der Résistance in der Region Lyon an. 1944 wurde er von der Gestapo verhaftet und in Montluc inhaftiert, wo er gefoltert wurde. Er starb am 16. Juni 1944 für Frankreich und wurde zusammen mit 27 anderen Widerstandskämpfern erschossen.
Marc Bloch gab der Universität für Humanwissenschaften Straßburg (USHS), die in Unistra fusionierte, seinen Namen. Auch die Aula des Universitätsschlosses trägt seinen Namen, ebenso wie das Bischheimer Gymnasium. Bereits 2006 forderten mehrere Historiker die Überführung seiner Asche in das Pantheon.
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