Gewinne aus öffentlichen Geldern und Steuerbefreiung: Warum König Karl III. und Prinz William für die Verwaltung ihres Vermögens kritisiert werden

Gewinne aus öffentlichen Geldern und Steuerbefreiung: Warum König Karl III. und Prinz William für die Verwaltung ihres Vermögens kritisiert werden
Gewinne aus öffentlichen Geldern und Steuerbefreiung: Warum König Karl III. und Prinz William für die Verwaltung ihres Vermögens kritisiert werden
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das Wesentliche
Die britische Königsfamilie steht erneut wegen mangelnder Transparenz über ihr Vermögen und Einkommen unter Beschuss, nachdem Medienberichte enthüllten, dass Karl III. und Wilhelm Geld von öffentlichen Stellen erhalten, gleichzeitig aber von bestimmten Steuern befreit sind.

Die britische Königsfamilie wird von Teilen der Presse wegen ihres Einkommens hervorgehoben, das sie für undurchsichtig und anfällig für Kritik hält. Der genaue Umfang des Besitzes und die Einzelheiten der Verträge, wie z. B. Mietverträge, die zwischen dem Herzogtum Lancaster, Eigentum des Souveräns Karl III., und dem Herzogtum Cornwall, Eigentum von Kronprinz William, geschlossen wurden, sind tatsächlich nicht öffentlich. Doch eine in den letzten Tagen veröffentlichte Untersuchung von Channel 4 und der Sunday Times brachte sie erstmals ans Licht.

Mieten und Befreiungen

Diesen Medien zufolge haben die beiden Herzogtümer Einnahmen in Millionenhöhe aus lukrativen Landpachtverträgen an den NHS, das öffentliche Gesundheitssystem, das sich nach Jahren der Unterfinanzierung derzeit in einer Krise befindet, an Ministerien oder Wohltätigkeitsorganisationen eingefahren.

Gleichzeitig zahlen die beiden Herzogtümer, die Land, Eigentum und andere Vermögenswerte in England und Wales vereinen, weder Körperschaftssteuer noch Kapitalertragssteuer.

Depeschen können zeigen, wie König Charles und Prinz William Millionen mit dem Steuerzahler verdienen.

In einer gemeinsamen Untersuchung mit @thetimes Wir haben lukrative Geschäfte mit den Streitkräften, Schulen und sogar dem NHS aufgedeckt. pic.twitter.com/kFqfoFv4t5

– Channel 4 Dispatches (@C4Dispatches) https://twitter.com/C4Dispatches/status/1852772668493197426?ref_src=twsrc%5Etfw

Für Norman Baker, einen ehemaligen Abgeordneten der zentristischen Liberaldemokraten und langjährigen Kritiker der königlichen Familie, bestätigt dies, dass diese „die Öffentlichkeit betrügt“. „Dies ist Kronland, das der Öffentlichkeit gehört […] All dieses Geld sollte dem „Crown Estate“ zugutekommen, dem Erbe der Krone, dessen Einnahmen seit einem Gesetz aus dem Jahr 1760 an die Staatskasse zurückgegeben werden, empört er sich.

Nach diesem Gesetz werden dann 15 % der Gewinne aus dem „Crown Estate“ in einer jährlichen Zuweisung (dem Sovereign Grant) an die königliche Familie zurückgezahlt, um deren Vermögen zu erhalten und die mehr als 500 Mitarbeiter zu entlohnen die Windsors. Im nächsten Jahr wird sich diese Zuteilung auf 132 Millionen Pfund (158 Millionen Euro) belaufen.

Gewinn in Millionenhöhe

Die königliche Familie versichert, dass die Gewinne aus den Herzogtümern Lancaster von Cornwall die öffentlichen, wohltätigen und privaten Aktivitäten des Herrschers und seines Erben finanzieren.

Diese beiden Herzogtümer waren vom Abkommen von 1760 ausgeschlossen, da sie zu diesem Zeitpunkt nur sehr geringe Einnahmen erzielten. Doch mehr als zwei Jahrhunderte später werden sie auf rund 1,8 Milliarden Pfund (2,16 Milliarden Euro) geschätzt und haben laut Jahresbericht im vergangenen Jahr 50 Millionen Pfund Gewinn eingefahren.

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Dank dessen ist Karl III. einer der reichsten Menschen im Vereinigten Königreich mit einem geschätzten Privatvermögen von 610 Millionen Pfund (734 Millionen Euro).

Sein Herzogtum Lancaster wird über einen Zeitraum von 15 Jahren insbesondere 12 Millionen Pfund erhalten, indem es ein Lagerhaus an ein Londoner Krankenhaus vermietet, um dort seine Krankenwagen abzustellen. William seinerseits unterzeichnete mit dem Justizministerium einen Vertrag im Wert von 37,5 Millionen Pfund über mehr als 25 Jahre, um das Land zu pachten, auf dem sich das Dartmoor-Gefängnis befindet.

Legal, aber ehrlich?

Diese Untersuchung „zeigt, wie die Herzogtümer zum Nachteil der Öffentlichkeit nach Profit streben, wo immer sie können“, prangert Graham Smith, Chef der antimonarchistischen Gruppe Republic, an. Beide Herzogtümer wiesen jegliche Schuld zurück.

Es ist nicht das erste Mal, dass sich die königliche Familie wegen ihrer Besitztümer verteidigen muss. Im Jahr 2006 stellte eine einflussreiche parlamentarische Kommission die erheblichen Steuerbefreiungen in Frage, von denen sie auf diese Vermögenswerte profitiert. Doch das Thema geriet dann in den Hintergrund. Im Jahr 2013 forderte derselbe Ausschuss eine stärkere Kontrolle des Finanzministeriums über die Finanzen des Herzogtums Cornwall.

ud83dudd3aEXKLUSIV: König Charles und sein ältester Sohn verdienen Millionen mit feudalen Abgaben auf Schulen, Krankenhäuser, Hausbesitzer und die Wohltätigkeitsorganisationen, die sie vertreten, eine gemeinsame Untersuchung von The Sunday Times und @C4Dispatches verrät heute https://t.co/Vno5Q348mG

– The Times und The Sunday Times (@thetimes) https://twitter.com/thetimes/status/1852743407283691730?ref_src=twsrc%5Etfw

Für Norman Baker sollte sich das Parlament ebenso wie die Regierung mit dem Thema befassen. Seiner Meinung nach ist das Thema auch für die königliche Familie von entscheidender Bedeutung, da ihre Finanzen der Punkt seien, an dem sie „am verwundbarsten“ sei.

Doch für David Haigh, Direktor der Finanzberatungsfirma Brand Finance, funktionieren die Herzogtümer von Karl III. und Wilhelm wie „jedes große Anwesen einer Adelsfamilie“. Herzogtümer „handeln einfach im Rahmen des Gesetzes im besten Interesse ihres privaten Kapitals“, betont er und vergleicht die königliche Familie mit Unternehmern wie James Dyson oder Richard Bronson.

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