Tausende Frauen bereiten sich darauf vor, in der Schweiz auf die Straße zu gehen

Tausende Frauen bereiten sich darauf vor, in der Schweiz auf die Straße zu gehen
Tausende Frauen bereiten sich darauf vor, in der Schweiz auf die Straße zu gehen
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Prozessionsabfahrten in der Romandie

Dieses Jahr treffen sich Walliser Feministinnen mit Waadtländer Aktivistinnen in Lausanne. Der Beginn der Demonstration ist für 18:30 Uhr am Place de la Riponne geplant. In Genf sind Workshops ab 15 Uhr vor der Veranstaltung um 18 Uhr geplant. Gleiche Abfahrtszeit in Freiburg am Place Georgette-Pythonne. In Neuenburg beginnen die Aktionen um 16 Uhr am Place des Halles. In Delémont ist ab 17:30 Uhr eine Prozession vom Place Roland-Béguelin aus geplant. Die Demonstrationen werden den Verkehr fast überall in der Westschweiz vorübergehend stören. Autofahrer werden aufgefordert, im Straßenverkehr besonders wachsam zu sein.

Jedes Jahr laufen während des feministischen Streiks Tausende von Frauen, Männern und sogar queeren Menschen über den Beton der Schweizer Grossstädte. An diesem Freitag, 14. Juni, setzen sie sich erneut für die vollständige Anerkennung ihrer Rechte ein. Zu ihren Forderungen gehört die Anwendung des gleichen Entgelts, das seit 1981 in der Verfassung verankert ist und laut Bundesstatistik noch nicht erreicht wurde. Das Streikkollektiv fordert die Einführung eines Mindestlohns von 4.500 Franken und 5.000 Franken für Inhaber eines Lehrabschlusses sowie „angemessene“ Renten, die ihnen die Deckung lebenswichtiger Bedürfnisse ermöglichen, ohne jedoch das Rentenalter erneut zu erhöhen.

Zusätzlich zu diesen Forderungen fordern Aktivisten flexiblere Arbeitszeiten, die den Bedürfnissen von Familien gerecht werden, sowie Nulltoleranz bei Fällen geschlechtsspezifischer und sexueller Gewalt, ist auf der Website zum Demonstrationstag zu lesen.

Auch Verbände und politische Parteien mobilisieren. Die Gewerkschaft SUD hat einen offenen Brief an den Waadtländer Staatsrat verfasst. Die Organisation listet eine ganze Reihe von Versäumnissen kantonaler Behörden auf, „die Sache der Frauen voranzutreiben“. Er fordert die Einführung eines zweijährigen Bildungsbonus als Teil der Beiträge an die Waadtländer Staatspensionskasse, um die Angestellten des öffentlichen und halbstaatlichen Sektors bei ihrer Pensionierung finanziell zu entlasten.

Die Sozialistische Jugend ihrerseits möchte das Bewusstsein für Gewalt gegen Migrantinnen und TINA-Menschen (Anm. d. Red.: trans, intersexuell, nicht-binär und Agender) schärfen. Letztere werden laut Partei in der Schweiz stärker unterdrückt, „nicht nur durch das Patriarchat, sondern auch durch Rassismus“. JS-Vizepräsidentin Mélanie Rufi sagt: „Gleichheit, die nur für weiße Frauen gilt, die einen guten Lebensunterhalt verdienen, ist keine Gleichheit, sondern eine Verschiebung der Unterdrückung.“ Wir werden kämpfen, bis alle Frauen und TINA-Leute frei sind!“

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