Ein Team identifiziert den Ursprung von Psychosen im Gehirn

Ein Team identifiziert den Ursprung von Psychosen im Gehirn
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Jüngste Fortschritte in der Neurobildgebung haben entscheidende Einblicke in die zugrunde liegenden Mechanismen von Psychosen geliefert, einer komplexen psychischen Störung, die Wissenschaftler lange Zeit vor ein Rätsel gestellt hat. Forscher haben mit modernsten Techniken die Tiefen des Gehirns erforscht und dabei Anomalien in neuronalen Netzen entdeckt, die die plötzlichen Realitätsbrüche bei betroffenen Menschen erklären könnten.

DiGeorge-Syndrom

DER 22q11.2-Deletionssyndromauch als DiGeorge-Syndrom bekannt, ist eine seltene genetische Störung, die durch eine Mikrodeletion auf Chromosom 22 verursacht wird. Bei dieser Mikrodeletion geht ein kleiner Teil des langen (q) Arms von Chromosom 22 verloren, daher der Name des Syndroms.

Die klinischen Manifestationen können sehr unterschiedlich sein, was die Diagnose und Behandlung komplex macht. Die Symptome können von Person zu Person unterschiedlich sein, sogar innerhalb derselben Familie. Allerdings sind damit bestimmte charakteristische Merkmale verbunden.

Beispielsweise sind angeborene Herzfehler bei den Betroffenen häufig und reichen von leichten Problemen bis hin zu schwerwiegenden Anomalien, die eine Operation erfordern können. Andere haben möglicherweise ein geschwächtes Immunsystem, wodurch sie anfälliger für Infektionen sind. Wir wissen auch, dass einige charakteristische Gesichtsmerkmale vorhanden sein können, obwohl dies nicht immer der Fall ist. Dazu können eine Gaumenspalte, tief angesetzte, nach hinten geneigte Ohren oder ein schmales Kinn gehören.

Einige Säuglinge mit diesem Syndrom können außerdem Schwierigkeiten beim Füttern und bei der Gewichtszunahme haben. Etwas später kann es bei diesen Kindern zu Verzögerungen beim Erwerb von Fertigkeiten wie Gehen und Sprechen kommen. Auch Lernschwierigkeiten und geistige Entwicklungsstörungen können beobachtet werden.

Schließlich wissen wir, dass ein erhöhtes Risiko besteht, daran zu erkranken psychische Störungen. Dort PsychoseInsbesondere ist ein bemerkenswertes Merkmal dieses Syndroms. Es ist auch eines der am wenigsten verstandenen, weshalb diese Studie von Interesse ist.

Psychose und das Gehirn: eine eingehende Studie

Im Rahmen neuer Arbeiten haben sich die Forscher tatsächlich auf die Erforschung der neurobiologischen Mechanismen konzentriert, die der Psychose bei Menschen mit 22q11.2-Deletionssyndrom zugrunde liegen. Zu diesem Zweck analysierten sie sorgfältig die Daten einer großen Stichprobe von nahezu 900 Teilnehmer. Unter ihnen hatten einige ein 22q11.2-Deletionssyndrom mit psychotischen Symptomen, während andere das Syndrom hatten, aber keine Psychose aufwiesen. Parallel dazu wurden Kontrollgruppen in die Studie einbezogen, darunter Personen mit diagnostizierten Störungen wie ADHS und Autismus sowie Personen ohne Psychose in der Vorgeschichte.

Dieser methodische und umfassende Ansatz ermöglichte es den Forschern, Hirnveränderungen, die speziell mit Psychosen in Zusammenhang stehen, präzise zu differenzieren und sie von Variationen zu unterscheiden, die bei anderen psychischen Störungen und bei Personen ohne Psychose beobachtet wurden.

Bildnachweis: Zinkevych/istock

Deutliche Signaturen

Dank an funktionellen Magnetresonanztomographie (fMRT), das es ermöglicht, Veränderungen im Blutfluss im Gehirn zu überwachen, und dank a neuer Algorithmus für maschinelles Lernen Mithilfe dieser Analyse konnten die Forscher Muster in den Daten identifizieren. Anschließend identifizierten sie unterschiedliche Gehirnsignaturen bei Menschen mit 22q11.2-Deletionssyndrom und Symptomen einer Psychose. Diese Signaturen fehlten bei den anderen, was ihre Spezifität für Psychosen unterstreicht.

Insbesondere werfen die Ergebnisse Licht auf zwei Schlüsselkomponenten des Salienznetzwerks des Gehirns, einem entscheidenden Netzwerk, das an der Kontrolle von Aufmerksamkeit und Wahrnehmung beteiligt ist. Diese Komponenten sind die vordere Insula und das ventrale Striatum. Im Detail scheint die vordere Insula, die für die Filterung relevanter Informationen verantwortlich ist, bei Menschen mit Psychosen nicht richtig zu funktionieren, während das ventrale Striatum, das für die Vorhersage wichtiger Informationen verantwortlich ist, ebenfalls Anomalien aufweist.

Diese Ergebnisse stellen einen großen Fortschritt in unserem Verständnis von Psychosen dar, indem sie Licht auf die neurobiologischen Grundlagen dieser komplexen Störung werfen. Darüber hinaus eröffnen diese Ergebnisse neue Behandlungsperspektiven. Forscher planen nun, mit bestehenden Behandlungen wie der Hirnstimulation gezielt auf die vordere Insula und das ventrale Striatum abzuzielen, in der Hoffnung, den Ausbruch einer Psychose bei Menschen mit hohem Risiko zu verhindern oder zu verzögern.

Einzelheiten der Studie werden in der Fachzeitschrift Molecular Psychiatry veröffentlicht.

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